Zeitlicher Verlauf der Nct/.liauterregung.
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sollen, so würde ich diesen Körper im Zustande der Ruhe sehen. Nundenken Sie sich aber, der Körper würde mir nicht sichtbar nach IntervallenYon der Dauer n t, sondern nach Intervallen von der Dauer nt-\-k, worink eine verhältnissniässig kleine Grösse, einen geringen Bruchtheil von t be-zeichnen soll, so würde ich ihn nun nicht mehr an demselben Orte sehen,sondern ich würde ihn an einer andern Stelle sehen, bis zu der er inder Zeit k vorgerückt ist. Das nächste Mal werde ich ihn wieder etwasweiter vorgerückt sehen, und da diese Eindrücke sehr rasch auf einanderfolgen sollen, so wird in meinem Auge ein continuirlicher Eindruck ent-stehen in der Weise, als ob sich der Körper in seiner natürlichen Schwin-gungsrichtung fortbewegte. Wenn ich mir denke, ich bekäme ihn wiederumzu Gesichte in Intervallen von nt — k, so würde ich ihn auch seinen na-türlichen Weg machen sehen, aber rückwärts. Dieses Princip ist zuerstvon Savart angewendet worden, um die periodischen Bewegungen ineinem Wasserstrahle zu beobachten. Es ist dann später in seinen Methodenund Anwendungen von Doppler entwickelt. Tn neuerer Zeit hat auchToepler über dasselbe gearbeitet. Das Sichtbarmachen und das Ver-schwinden des sich bewegenden Körpers kann wesentlich in zweierleiWeise hervorgebracht werden: erstens dadurch, dass man den Körperin der Periode ni-\-k momentan beleuchtet, oder dadurch, dass man denKörper periodisch für das Auge verdeckt und ihn in Perioden von nt-\-kfrei werden lässt.
Andererseits kann man auch periodische Bewegungen bildlich dar-stellen. Dazu dienen die sogenannten stroboskopischen Scheiben, die un-abhängig von einander von Purkinje, von Plateau und von Stampfererfunden worden sind. Sie beruhen darauf, dass ein in periodischer Bewe-gung begriffener Körper in bestimmten Lagen gezeichnet und in diesenBildern dem Auge schnell nacheinander dargeboten wird. Man lässt soimmer Bilder der veränderten Lage aufeinander folgen, bis endlich dieperiodische Bewegung alle ihre Phasen durchgemacht hat. So stellt mankreisförmige, geradlinige und elliptische Schwingungen, so stehende undfortschreitende Wellen, Maschinentheile in Bewegung, ein sich contrahiren-des Herz u. s. w. dar. Es kann dies auf zweierlei Weise erzielt werden.Entweder dadurch, dass man zwei Scheiben hintereinander auf einer Axebefestigt, wovon die vordere Spalten hat und die hintere die Abbilderträgt, so dass man dann während der Umdrehung durch die Spalten aufdie Abbilder sieht. Das ist die Purkinje'sehe Construction, das sogenannteKinesoskop. Oder dadurch, dass die beiden Scheiben miteinander ver-einigt sind, das heisst, dass eine und dieselbe Scheibe die Abbilder trägtund zwischen ihnen und der Peripherie die Spalten, durch welche mannun während der Umdrehung die Bilder in Spiegel ansieht. Das ist dieConstruction von Plateau und von Stampfer. Man kann endlich aucheine Erscheinung des localen Contrastes auf der Netzhaut sehr gut dar-stellen durch das Princip der Persistenz der Erregungszustände. Man trägtauf einer schwarzen Scheibe weisse Sectoren auf. Die Winkelwerthe derweissen Sectoren nehmen gegen die Peripherie hin immer mehr ab, undzwar mit jedem neuen Ringe um die Hälfte. (Fig. 32.) Wenn man dieseScheibe in Drehung versetzt, so entsteht ein System von grauen Ringen.Diese werden immer dunkler gegen die Peripherie hin. Das ist begreif-lich, weil die Menge des dem Schwarz beigemengten Weiss gegen die
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