Tnnica uvca.
137
sollten, und diese vermeintlichen Muskelfasern mit dem Namen des M.ciliaris belegte. Später ist von Heinrich Müller noch eine tiefere,circuläre Schicht des Tensor besehrieben worden. In späterer Zeit sindo-egen dieselbe Zweifel erhoben. Es ist sicher, dass die Fasern der tie-feren Schicht meist weniger gerade von vorn nach hinten verlaufen alsdie der oberflächlichen. Man sieht auf Meridianschnitten vom Tensorcliorioidcac meistens zahlreiche Querschnitte von Muskelfasern nach innenvon den Längsschnitten. Nun bekommt man aber leicht von schräg ver-laufenden Muskelfasern Querschnitte, und ausserdem geschieht es bei derWeichheit der Gebilde, dass, wenn die oberflächlichen Pasern sich etwaszusammenziehen, die tiefer liegenden sich im Zickzack biegen und dadurchQuerschnitte entstehen. Es ist angegeben worden, dass man bisweilenglückliche Schnitte erhalte, auf denen gar keine Querschnitte von Muskel-fasern zu sehen sind. Aber diese können wiederum nicht als beweisendbetrachtet werden gegen die Existenz eines inneren Bingmuskellagers,denn nach den Untersuchungen von Iwanoff verhalten sich verschiedeneAugen sehr verschieden. Nach ihm fehlt das Ringmuskellager in kurz-sichtigen Augen in der Ecgcl, ist aber in solchen, die in der Richtungder Axe besonders kurz sind, und die wir später unter dem Namen derhypermetropischen kennen lernen werden, auffallend stark und deutlichentwickelt. Diese Angaben sind auch von anderen Ophthalmologen be-stätigt worden.
Der zweite Muskel ist der Sphincter pupillae, der als ein Bandyon etwa 1 Mm. Breite die Pupille umgibt und hier, abgesehen von derhinteren Pigmentlage, sich durch die ganze Iris erstreckt. Von ihm auslässt sich der viel ausgedehntere, aber viel dünnere M. dilatator pu-pillae verfolgen. Dieser inserirt sich einerseits am Sphincter pupillae,andererseits an der Verbindung des Margo ciliaris Iridis mit dem Ciliar-theile der Chorioidea. Er bildet eine dünne radiale Lage, die nach hintenvon den Blutgefässen, den Nerven und dem Irisstroma, aber nach vornvon der hinteren Pigmentbekleidung der Iris liegt.
Das Stroma, in welches alle diese Gebilde eingelagert sind, ist so-wohl bei der Chorioidea als bei der Iris verzweigtes Bindegewebe. Diebraunen und die schwarzen Augen sind solche, in denen dieses Stromapigmentirt ist, die blauen sind solche, bei denen dieses Stroma nicht pig-mentirt ist, wo deshalb das durchseheinende Gewebe der Iris als ein trübesMedium, vor einem dunklen Hintergrunde, vor der hintern Pigmentbeklei-dung der Iris liegt. Da dieses Stroma sein Pigment meistens erst imextrauterinen Leben bekommt, so werden die Kinder in der Eegel mitblauen Augen geboren, wie dies schon Aristoteles gewusst hat. Er sagt:Die Kinder werden mit dunkelblauen Augen geboren und erst späterbekommen sie braune oder hellblaue Augen. Das Letztere ist ebenfallsrichtig. Die Augen werden heller blau, weil die Masse des trübendenGewebes sich vermehrt, und deshalb eine grössere Menge Lichtes reflectirtwird, als dies bei Neugeborenen der Pall ist. — Dieses verzweigte Binde-gewebe bildet einen dichten Pilz, so dass namentlich in der Chorioideades Erwachsenen es kaum noch möglich ist, die einzelnen Zellen mit ihrenFortsätzen von einander zu isoliren. Man kann aber bei schwach pigmen-tirten Augen sehr gut einzelne stark pigmentirte Zellen mit ihren Aus-läufern in der schwächer pigmentirten Umgebung wahrnehmen.