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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Sclerotica.

beschrieben. Andererseits aber befindet sich, zwischen der Chorioidea undder Sclera ein zartes, bei brünetten Menschen pigmentirtes Gewebe, dasseinem histologischen Charakter nach dem Stroma der Chorioidea gleichist, das aber häufig der Sclera fester anhaftet als der Chorioidea, so dasses, wenn man in der gewöhnlichen Weise die Sclera von der Chorioideaabtrennt, als ein weicher, gefärbter Ueberzug auf der Innenfläche der Sclerableibt. Auch dieses Gewebe ist mit dem Namen der Lamina fusca sclero-ticae bezeichnet worden.

Die Sclera ist bald mehr kugelförmig, bald bildet sie ein schief-liegendes Ellipsoid, das man sich durch Umdrehung einer Ellipse umihre kleine Axe entstanden denken kann; seltener bildet sie ein schief-liegendes Ellipsoid, das man sich durch Umdrehung einer Ellipse um ihregrosse Axe entstanden denken kann. Letzteres kommt bei den sehr langenAugen vor, die wir später als die sehr kurzsichtiger Individuen kennenlernen werden. Man sagt gewöhnlich, dass die Sclera nach vorn mit derCornea in der Weise verbunden sei, dass die Cornea wie ein Uhrglas ineine Uhr in sie eingesetzt sei. Das ist aber nicht ganz richtig. DasUhrglas ist in die Uhr mittelst eines eigenen Ealzes eingefasst, und dementsprechend sprach man auch von einem Ealze der Sclera, in welchendie Cornea eingesetzt sei. Ein solcher Falz existirt aber nicht, sonderndie Grenze zwischen Cornea und Sclera läuft von vorne nach hinten gerad-linig fort, und zwar an den Seiten ziemlich der Augenaxe parallel, obenund unten aber gegen diese geneigt, und zwar in der Weise, dass sie sichnach vorn zu derselben nähert, nach rückwärts sich von derselben entfernt.Die vordere Ansicht der Hornhaut stellt deshalb eine querliegende Ellipsedar, während sie von rückwärts kreisförmig erseheint. Bei diesem theil-weise schrägen Verlaufe zwischen Cornea und Sclera kann man bei derbeträchtlichen Dicke der Häute schon in einiger Entfernung von der äusser-lich sichtbaren Grenze zwischen Cornea und Sclera ein Instrument durchdie letztere stossen und gelangt mit demselben doch noch in die vordereAugenkammer. Erst wenn man noch weiter nach rückwärts eingeht, kommtman in die hintere Augenkammer und zum Linsenrande. Die Descemet'scheHaut hört an dieser Stelle, wie erwähnt, mit einem zugeschärften Randeauf. Unmittelbar an der Grenze der Cornea, aber noch in der Substanzder Sclera, liegt der sogenannte Canalis Schlemmii. Schlemm fand anErhängten einen mit Blut gefüllten Ring, der die Peripherie der Corneaumfasste. Er untersuchte denselben näher und fand, dass er in jedemAuge vorhanden, nur nicht stets mit Blut gefüllt sei, dass man ihn aberan jedem Auge mit Quecksilber füllen könne. Er beschrieb diesen Ring,der schon früher gesehen, aber mit dem später zu beschreibenden CanalisFontanae, dann auch mit dem Circulus venosus Hovii verwechselt war,als einen venösen Sinus, der die Cornea umfasse, und dieser Sinus istnach ihm der Canalis Schlemmii genannt worden. Er ist aber keineinfacher Sinus im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sondern er besteht,wie spätere Untersuchungen gezeigt haben, aus mehreren Venen, die siehzu einem ringförmigen Plexus vereinigen und die Peripherie der Corneaumfassen.