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Hornhaut.
der Comeakörperchen bezeichnet. Diese Zellen haben aber nicht allefeste Wohnsitze. Sie strecken zum Theil nicht nur wie andere amöboideZellen Fortsätze aus und ziehen sie zurück, sondern sie strecken Port-sätze in der Weise aus, dass sie sich in ein langes, keulenförmiges Ge-bilde verwandeln. Der Fortsatz ist in einen Communicationsgang zwischenzwei grösseren Eäumcu hineingesteckt, und wird immer weiter bis inden andern Kaum vorgeschoben, dann immer mehr und mehr von demProtoplasma nachgezogen, so dass endlich die Figur einer Keule in um-gekehrter Lage entsteht, dass sich der Zellenleib dort befindet, wo früherdie Spitze des Fortsatzes war. Der Fortsatz, der jetzt dem Protoplasma-leibe nachschleppt, wird endlich eingezogen, und auf diese Weise hat dieganze Zelle einen Weg in der Cornea zurückgelegt. Diese Zellen sind diesogenannten Wanderzellen der Cornea.
Recklinghausen hat vor einer Beihe von Jahren gezeigt, dassauch Lymphkörperchen in die interstitiellen Gewebsräume der Corneaeinwandern können. Er zerstörte in einer Hornhaut auf mechanischemWege die darin enthaltenen Hornhautkörpereken. Hierauf brachte er siein den Lymphraum eines Frosches und fand nun, dass die amöboidenZellen, die Lymphkörperchen, aus dem Lymphraume des Frosches in dieCornea einwanderten und sie von Neuem bevölkerten. Die Cornea nie-derer Thiero, namentlich die der Frösche und der Salamander, gibt dasbeste Object ab, um die Wanderung von amöboiden Zellen, wie sie un-zweifelhaft auch an anderen Orten im menschlichen Körper stattfindet,zu beobachten. Sie wird frisch ausgeschnitten und als Ganzes in derfeuchten Kammer, von der mehrere Formen von Recklinghausen undvon Stricker angegeben wurden, vor Verdunstung geschützt, beobachtet.Dann sieht man, wie diese Zellen ihre Fortsätze ausstrecken und einziehen,wie sie ihren Ort verändern u. s. w.
Wenn man den todten Augapfel zwischen den Fingern presst, sowird die Hornhaut trüb, und klärt sich wieder, sobald der Druck nach-lässt. Ebenso beobachtet man Trübung der Hornhaut am Lebenden, wennder Druck im Inneren des Auges, der sogenannte intraoeuläre Druck, sichüber ein gewisses Maass steigert. Nach den Untersuchungen von E. v.Fleisch! hängt diese Trübung damit zusammen, dass die Fasern der Horn-haut durch den von der stärkeren Spannung herrührenden Zug doppel-brechend werden.
Man hat an der Substantia propria corneae oder vielmehr zwischenihr und dem Epithel eine Tunica elastica anterior beschrieben, so dassman dann die Descemet'sehe Haut als Tunica elastica posterior bezeichnete.Eine solche selbstständige Tunica elastica anterior existirt aber nicht, son-dern nur eine festere, dichtere, oberflächliche Lage der Substantia propriacorneae. Beim Menschen zeichnet sie sich auf Querschnitten besondersaus, mehr als bei den meisten Thicren, xvnd ihre Verbindung mit derübrigen Hornhaut ist namentlich gegen den Band hin weniger fest. Hiersieht man bisweilen von hereinwuchernden Neubildungen eine Schicht ab-gehoben, die der Deseemet'schen Haut täuschend ähnlich ist. Aber auchsie ist nichts Anderes als die von Hornhautkörpereken fast vollständig freievorderste Schicht der Substantia propria corneae. Schon Eollett wiesnach, dass diese vorderste Schicht von übermangansaurem Kali ebensoangegriffen wird wie die übrige Substantia propria, während die Desce-