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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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N. hypoglossus.

herrührenden die deutlichsten: Schiefstellung des Kopfes (Caput obstipumparalyticum), niedriger Stand der Schulter der gelähmten Seite, veränderteLage des Schulterblattes, so dass sein unterer Winkel der Wirbelsäulenäher steht, der obere weiter entfernt, Schwäche im Arme, sämmtliehErscheinungen der Lähmung im Stcrnoclcidomastoideus und Cucullaris,dabei Heiserkeit und Schlingbeschwerden. Das sogenannte Caput obstipumspasticum, bei dem die erwähnten Muskeln contrahirt sind, beruht imGcgenthcilc darauf, dass die Acccssoriuswurzeln sich im Zustande der Hei-zung befinden. Einseitige Vaguslähmung ist am häufigsten an scrophu-'sen Kindern beobachtet worden, bei denen sie durch Compression einesVagus durch geschwellte Bronchialdrüsen hervorgerufen wurde. Es zeigtesich dabei Veränderung der Stimme, Heiserkeit bis zur Aphonie, Husten,Erstickungsanfällc u. s. w. und namentlich, was charakteristisch ist,Mangel der Reflexbewegungen, Anhäufung von Schleim in den Bronchienin solchem Grade, dass man das Schleimrasseln schon ohne nähere Unter-suchung hören konnte, und doch kein subjeetives Gefühl davon, keineNeigung die Massen auszuwerfen.

Nervus hypoglossus.

Dieser ist der Bewegungsnerv der Zunge: man bezeichnet ihn des-halb auch als den Nervus loquens. Er entspringt als motorischer Nerv auseinem Kern, der jederseits neben der Mittellinie unter dem Boden deshinteren Theiles des vierten Ventrikels liegt. Er versorgt nach der Ge-stalt, die ihm die gewöhnliche anatomische Präparation mit dem Messerverleiht, nicht allein die Zunge, sondern ausserdem noch den M. genio-hyoidcus, den M. hyothyreoideus, den M. omohyoideus, den M. sterno-hyoideus und den M. sternothyreoideus. Mit seinem Hauptstammc undden Acstcn desselben versorgt er von den genannten Muskeln den Genio-hyoideus und den Thyrcohyoideus. Der M. omohyoideus, sternohyoideusund sternothyreoideus werden vom Bamus descendens nervi hypoglossiversorgt, der eine grosse Menge von Nervenfasern führt, welche ihm ausden Ccrvicalnerven zugekommen sind. Nach Ho 11 versorgen die eigenenFasern des Hypoglossus lediglich die Zunge mit Einsehluss des Musculushyoglossus, genioglossus und styloglossus. Alle übrigen Muskeln, welcheder Hypoglossus sonst noch scheinbar versorgt, erhalten nach ihm nurCcrvicalnerven, die in seine Scheide aufgenommen worden sind. ImBamus descendens gehen auch sensible Fasern aufwärts bis zur Zunge.Damit hängt es zusammen, dass, wenn man den Trigcminus in der Schädel-höhle oder beiderseits den Lingualis durchschnitten hat, die Zunge zwaran ihrer Oberfläche unempfindlich ist, dass man sie cauterisiren kann,dass aber beim Kneipen mit einer Zange das f hier noch Schmerz äussert,weil dann die sensiblen Fasern gereizt werden, welche der Hypoglossusals entliehene mitgebracht hat.

Die Lähmung des Hypoglossus zeigt sich durch einseitige Lähmungder Zunge. Wenn die Zunge herausgestreckt wird, so ist sie nach derkranken Seite abgelenkt, wenn sie hereingezogen wird, so ist die Spitzederselben nach der gesunden Seite abgelenkt. Die Sache ist einfachfolgende: wenn die Zunge hereingezogen wird, so ziehen sich die Längs-fasern auf der gesunden Seite zusammen, diese werden also kürzer als