Vagus und Accossorius.
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brana hyothyreoidea durchbohrt und sich in der Schleimhaut des Kehlkopfsverzweigt, indem er hier die Empfindungen und die Reflexbewegungen ver-mittelt. Wenn deshalb die Recurrentes laryngis durchschnitten sind, derLaryngcus superior aber noch vorhanden ist, so sind die inneren Kehl-kopfmuskeln gelähmt; aber da der M. cricothyreoideus nicht gelähmt ist,zieht dieser den Schildknorpel nach sich und spannt auf diese Weise dieStimmbänder an.
Der N. vagus verzweigt sich auch in den Bronchien und im Lungen-o-ewebe, und man nimmt deshalb an, dass die motorischen Fasern, welcheer führt, auch zur Innervation der glatten Muskelfasern, die sich in denBronchien und im Lungengewebe befinden, dienen.
Der IST. vagus führt in seinem Stamme ausser seinen motorischenImpulsen noch einen anderen centrifugal laufenden Impuls, einen Hern-immgsimpuls. Er führt nämlich Hemmungsnerven für das Herz. EduardWeber entdeckte vor einer Reihe von Jahren, dass, wenn man die N. vagiirgend eines Thieres am Halse durchschneidet, das Herz in einem schnel-leren Rhythmus schlägt, als es vorher geschlagen, und dass, wenn man dieperipherischen Stümpfe der durchschnittenen Vagi reizt, das Herz lang-samer schlägt, und wenn die Reizung stärker ist, sogar stille steht. Das-selbe Resultat kann man durch Reizung jedes der beiden Vagi einzelnerhalten; aber der rechte Vagus ist der wirksamere. Dies wurde zuerstvon A. B. Meyer an der gemeinen Flussschildkröte (Emys Europaea)beobachtet, bei der der Unterschied besonders auffallend ist.
Das Herz steht still in der Diastole. Das also, was hier hervor-gerufen wird, ist eine wirkliche Hemmung. Es stehen alle Theile desHerzens in der Diastole still, so dass man die Sache nicht so auffassenkann, als ob das Herz in irgend einer Phase seiner Contraction festge-halten würde. Wenn man an einer Schildkröte, an der sich diese Ver-suche wegen der Grösse des Herzens und ihrer Lebenszähigkeit besondersgut anstellen lassen, die Vagi reizt und den Ventrikel abschneidet, sostehen die Vorhöfe noch still. Schneidet man auch diese weg, so siehtman, dass die Vena cava und die sogenannten Venac subclaviae, welchebei der Schildkröte die Vena cava superior ersetzen, in der Diastole stillstehen. Der Stillstand tritt nicht sofort bei Beginn der Reizung ein,sondern es dauert eine Zeit lang, ehe er eintritt. Hat der Reiz aufgehört,so überdauert der Stillstand das Aufhören desselben einige Zeit, und dannfängt das Herz an mit einer kräftigen Contraction und setzt sich allmäligin seinen gewöhnlichen Rhythmus.
Der Herzstillstand auf Vagusreizung ist auch am Menschen beob-achtet worden, und zwar zuerst in Wien in einem pathologischen Falle.Es kam zu einem hiesigen Arzte ein Kranker, der ihm klagte, er habevon Zeit zu Zeit das Gefühl heftiger Angst, und während dieser Zeitstehe ihm das Herz still. Später kam er zur Obduction, und bei dieserzeigte es sich, dass der eine Vagus in ein Paquet geschwellter Lymph-drüsen derart eingeschlossen war, dass er unter gewissen Umständen ge-drückt oder gezerrt werden konnte, was eine Reizung desselben und inFolge davon den Herzstillstand bedingte. Später hat Joh. Czermak durchBeizung der IST. vagi am Halse an sich selbst mittelst Druck das Herz zumStillstande gebracht. In neuerer Zeit hat H. Quinke zahlreiche Versuchehierüber angestellt und gefunden, dass sich bei vielen Menschen vorüber-