Vagus Und Accessorius.
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sich nur den Kropf an, in den Magen gelangt nichts. Man könnte glauben,dies hänge damit zusammen, dass die Reflexe fehlen, die beim Schlingennöthig sind, während die eigentlichen Bewegungen, als solche, vom Acces-sorius vermittelt würden. Das ist aber nach Bernard's Versuchen nichtder Fall. Wenn die Muskeln des Oesophagus vom Accessorius innervirtwürden, so müsste auch das Schlingen unmöglich werden, wenn der Acces-sorius auf beiden Seiten ausgerissen wird. Bernard hat ihn aber aufbeiden Seiten ausgerissen und die Thiere waren nichtsdestoweniger imStande, aus der Mundhöhle bis in den Magen hinab zu schlingen. Manmuss also demnach sagen, dass zwar der Accessorius auch Muskeln in-nervirt, die beim Schlingen thätig sind — denn es ist Beschwerlichkeitim Schlingen auch am Menschen bei Accessoriuslähmung beobachtet —dass aber der Oesophagus vom N. vagus innervirt wird, so dass die Been-digung des Schlingactes wesentlich durch motorische Wirkung des N. vaguserfolgt. Das Ablaufen der Contraction über den Oesophagus erfolgt dabeinicht durch Fortpflanzung der Erregung in der Museulatur als solcher undauch nicht durch ein in der Wand des Oesophagus liegendes Ganglien-system ; es erfolgt eine Beihe von Beflexen, die in typischer Folge imCentralorgane ausgelöst werden, denn einerseits werden durch theilweiseDurchschneidung der Nerven, welche zum Oesophagus treten, entsprechendeAbschnitte desselben gelähmt, andererseits hat Mosssf den Oesophagus ganzdurchschnitten, ja ein Stück aus demselben ausgeschnitten, und doch pflanziesich ein im Schlünde erregter Schlingact bis zum Magen fort.
Bernard hat Thiere, denen der Accessorius ausgerissen war, längereZeit am Leben erhalten. Die Speisen mussten also aus dem Magen fort-geschafft worden sein, und dies rechtfertigt die Annahme, dass der Vagusauch der Bewegungsnerv des Magens sei. Es muss hier noch ein ältererVersuch von Budgo erwähnt werden, der in Folgendem besteht. Manlegt einem Kaninchen das kleine Gehirn bloss, nimmt ihm Herz, Lungenund Zwerchfell heraus, so dass der Oesophagus und der Magen ganz freiliegt. Nun reizt man das kleine Gehirn elektrisch und sieht eine Con-traction ablaufen, die im Schlünde beginnt, über den Oesophagus hingehtund sich über den Magen erstreckt. Das tritt jedesmal ein, so oft dieElektroden an das kleine Gehirn angelegt werden. Wenn man aber dieVagi durchschneidet, so hört diese Wirkung auf, zum Zeichen, dass die-selbe durch den Weg des Vagus zum Magen hingeführt worden ist.
Der N. vagus ist auch für den Secretionsnerven des Magens gehaltenworden. Es wurde behauptet, dass, wenn die N. vagi durchschnittenseien, kein saurer Magensaft mehr abgesondert werde. Es steht dies aberim directen Widerspruche mit den Versuchen von Bidder und Schmidtund ebenso mit den von mir angestellten. Bidder und Schmidt habenbei Säugcthieren die Vagi durchschnitten und hinterher nicht nur ge-funden, dass noch saurer Magensaft abgesondert wurde, sondern sie habenselbst den Säuregrad desselben numerisch bestimmt. Ich habe ähnlicheVersuche an Tauben und Hühnern gemacht und habe nichtsdestowenigerauch mehrere Tage nachher noch stark sauren Magensaft im Magen ge-funden, dagegen niemals unverdaute Speisenreste, was doch der Fall seinmüsste, wenn nach Durchschneidung der Vagi die Verdauung sistirt würde.Nach Versuchen, die später von P i n k u s angestellt wurden, soll derMagensaft alkalisch werden, wenn die Vagi im Foramen oesophageum