Gehirn.
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fand Fr. Müller in Graz für eine halbseitig totale Anastasie der Hautund der tieferen Theile bei der Obduction keine andere Ursache als einenan der Spitze des dritten Gliedes des Linsenkernes liegenden und von dain die anliegende Markmasse eingreifenden erbsengrossen, ins Gelblicheentfärbten, gelockerten, stellenweise ganz zerfiiessenden Herd. MotorischeLähmung war nur vorübergehend vorhanden gewesen. Nach Charcotund Brissaud ist im vorderen Schenkel der inneren Kapsel ein Bündelcentrifugalleitender Fasern enthalten, welche den medialsten Theil desHirnschenkels bildet.
Die Physiologie des Nueleus caudatus ist, abgesehen von dem be-stimmten Erfolge, der auf Verletzung des Nodus cursorius eintritt, nochziemlich dunkel. Nothnagel versuchte den Nucleus caudatus auf beidenSeiten mittelst der Nadel möglichst vollständig zu zerstören. Die auf-fallendste und constanteste Erscheinung war erhöhte Erregbarkeit gegenäussere Eindrücke, namentlich gegen Gesichts- und Gehörseindrücke, undim Zusammenhange damit scheue Sprung- und Laufbewegungen.
Nicht weniger dunkel ist die Physiologie der Thalami optici. DieEffecte bei ihrer Verwundung fallen offenbar verschieden aus, je nachder Verletzung der Sehhügelmasse im engeren Sinne des Wortes undje nach der Verletzung der den Sehhügel durchsetzenden Hirnschenkel-bahnen. Oberflächliche Verwundungen bleiben oft ganz ohne sichtbarenErfolg. Bei tiefer greifenden Zerstörungen sind Ablenkung der Beineder gesunden Seite, namentlich des Vorderbeines, nach innen, grössereoder geringere Motilitätsstörungen auf der unverletzten Seite und anomaleStellung des Kopfes, auch der Wirbelsäule, beziehungsweise sogenannteManegebewegungen nach der unverletzten Seite die am häufigsten beob-achteten Erscheinungen. Wir werden von den letzteren noch bei derVerletzung der Grosshirnschenkel als solcher sprechen.
Christiani fand beim Kaninchen in den Thalami optici, und zwarim inneren Theile nahe dem Boden des dritten Ventrikels, und denCorpora quadrigemina eine Begion, deren Beizung Stillstand in der Inspi-rationslage, beziehungsweise inspiratorisch vertiefte und beschleunigte Ath-mung hervorrief.
Das Meseneephalon mit seinen unter dem Namen der Corpora qua-drigemina bekannten Hervorragungen ist für uns zunächst wichtig alsBeflcxcentrum für die Augenbewegungen und für die Veränderungen,welche die Pupille erleidet, einerseits indem der Sphincter pupillae reflec-torisch vom Nervus opticus erregt wird, und andererseits indem sie mitden Augenmuskeln Mitbewegungen hat.
Tn Eücksicht auf die Bewegungen der Augen sind von Dr. E. Adamiikaus Kasan im Laboratorium von Donders Versuche angestellt worden,deren Besultate ich hier mit dem Wortlaute des Verfassers mittheile: „DasHauptcrgebniss dieser Versuche ist, dass beide Augen eine gemeinschaft-liche motorische Innervation haben, welche von den vorderen Hügelnder Corpora quadrigemina ausgeht. Der rechte von diesen Hügeln regiert dieBewegungen der beiden Augen nach links und der linke die beiderAugen nach rechts. Durch die Heizung der verschiedenen Punkte jedesHügels kann man mannigfaltige Bewegungen hervorrufen, aber immermit beiden Augen zu gleicher Zeit und in derselben Richtung. Wirdlänger gereizt, so dreht sich auch der Kopf nach derselben Seite wie