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Nerven.
Organe gehen, Impulse, die, wenn sie eintreffen, die molekulare Anordnungdieses Organs so verändern, dass sie dasselbe plötzlich in eine kräftigwirkende Batterie verwandeln. Solche Nerven nennen wir elektrischeNerven; nicht, weil sie selbst, elektrisch sind, sondern weil sie Impulsei'ortleifeh zu den elektrischen Organen, oder vielmehr, weil sie diese Organein Wirksamkeit versetzen. Wir unterscheiden endlich noch Hemmun^-nerven. Diese sind solche, in deren Bahnen Impulse fortgeleitet werden,Vermöge welcher eine Bewegung, die sonst eingetreten wäre, gehinderlwird. Man hat diese Art von Nerven zuerst durch Eduard Weberkennen gelernt, der in den Bahnen des Vagus Fasern verlaufend fand, diezum Herzen gehen, und wenn sie erregt werden, nicht das Herz stärketschlagen, sondern in der Diastole still stehen machen und also die Con-\ traction des Herzens verhindern.
Ausser diesen fünf Arten von Nerven hat man noch tr ophis oheNerven unterschieden, d. h. Nerven, welche Impulse vom Centrum zurPeripherie bringen, vermöge welcher die Ernährung in den betreffendenGebilden in regelmässigem Gange erhalten werden soll. Man hat nach derDurchschneidung von Nerven Entzündungen, Geschwürsbildungen, Gangräneintreten gesehen und diese Entzündungen mit dem Namen der neuro-paralytischcn Entzündungen belegt. Man hat ferner gewisse Hautausschlägegenau dem Verbreitungsbczirkc gewisser rferven feigen gesehen und ineinzelnen Fällen sogar die Erkrankung der Haut mit Verletzungen an be-stimmten Nervenfasern in Zusammenhang bringen können. Endlich hatLewaschew, der im Laboratorium von Botkin arbeitete, auch trophischeVeränderungen an Hunden hervorgebracht durch andauernde Beizung vonNerven. Letztere bewirkte er dadurch, dass er mehrmals hintereinanderFäden einnähete, die in schwacher Schwefelsäure- oder in Kochsalzlösunggetränkt waren. Alle diese Thatsachen haben dazu Veranlassung gegeben,eine eigene Art von Nerven, die sogenannten trophischen Nerven anzu-nehmen.
Von den Thatsachen, die hier erwähnt worden sind, subtrahirl Bichfreilich zunächst eine Beihe. Von manchen Erscheinungen, welche manals sogenannte neuroparalytische Entzündungen betrachtet hat, hat es siehspäter herausgestellt, dass sie nicht herrühren von der Durchschneidungder Nerven als solcher, von der Durchschneidung trophischcr Nerven,die zu den Theilcn hingingen, sondern vielmehr davon, dass die Thcilounempfindlich waren, dass von den betreffenden Stellen keine Bcflexcmehr ausgelöst wurden, dass deshalb die Thcile Insulten und Schädlich-keiten ausgesetzt waren, die sie früher nicht zu erleiden hatten, und das?diese Insulte, nicht etwa die Durehschneidung des Nervenstammes als solche,die dircetc Ursache der Entzündung waren. Aber selbst wenn man dieseThatsachen abzieht, so bleiben noch Erscheinungen übrig, welche aller-dings Veranlassung zu der Annahme von trophischen Nerven geben können,Ich glaube jedoch, dass man sich bei der Annahme in diesem unbestimmtenSinne nicht beruhigen darf, dass man suchen muss näher zu erörtern,welche Wirkungen man etwa von diesen trophischen Nerven erwartenkönne. Man muss bedenken, dass die Bewegungsnerven nicht blos zu denwillkürlichen Muskeln gehen, sondern auch zu den unwillkürlichen, alsoauch zu den Muskeln der Blutgefässe, und dass deshalb Blutgefässe undGirculation nach der Durchschneidung der Nerven sich anders verhalten
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