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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Nervensystem.

scheinend gitterförmiger, mit der äusseren Hülle direct verbundener Bestder Markscheide zurück. Seine Substanz verhält sich gegen Beao-entienund Verdauungsflüssigkeiten ähnlich wie Hornsubstanz. W. Kühne nenntdiese Substanz deshalb Neurokeratin. Ein anderes Hilfsmittel, das vonPflüger angegeben ist, besteht darin, dass man ein Stück eines o-anzfrischen Nervenstamnies, ohne Wasser hinzuzufügen, auf dem Objoctträ°-erzerzupft und dann einen Tropfen Collodiumlösung darauf setzt; dann in-filtrirt sich die Nervenfaser mit Collodium und nun sieht man im Innernderselben den Axencylinder verlaufen. Noch viel besser kann man denAxencylinder sehen an gehärteten und gefärbten Präparaten. Man nimmtein Stück von einem Nerven oder ein Stück des Rückenmarks und legt,es in Chromsäure, worin es sich soweit erhärtet, dass man es in dünneScbnitte zerlegen kann. Diese dünnen Schnitte bringt man, nachdem mandie Chromsäure mit Wasser wieder ausgewaschen hat, in eine arnnionia-kalische Canniiilösung. Dann färbt sieh zuerst der Axencylinder; dasNervenmark nimmt die Färbung schwierig an, so dass zu einer Zeit, woder Axencylinder schon tief roth gefärbt ist, das Nervenmark noch völligweiss ist. Dann sieht man auf Längsschnitten den gefärbten Axencylinderdurchschimmern, und auf Querschnitten sieht man im Centrum den schönroth gefärbten Axencylinder, rundum das Mark und nach aussen davoneinen Contour, welcher die Scheide der Nervenfaser darstellt. So schöndiese Bilder sind, so sind sie indessen, wie v. -Fleisch! nachgewiesen hat,doch in hohem Grade unwahr. Man hat hier nur das geschrumpfte Ge-rinnsel des eigentlichen Axencylindcrs, wie er im Leben existirt, vor sieh.Des letzteren Consistenz ist wahrscheinlich so gering, dass man sich, wiedies ja bei lebenden Gebilden öfter der Fall ist, schwer entscheiden kann,ob man ihn fest oder flüssig nennen soll. Wenn man Stücke eines unddesselben Nerven oder eines und desselben Rückenmarks in Chromsäure,in Alkohol und in Uebcrosmiumsäure härtet, so ist der Axencylinder inden in den beiden letzteren Flüssigkeiten gehärteten Präparaten immerviel dicker im Verhältnisse zum Mark, und an Längsschnitten von Chroni-säurepräparaten sieht man oft statt des geraden Stranges, den der Axen-cylinder darstellen soll, einen vielfach angeschwollenen, ja ganz unregel-mässigen, mit einer Menge von seitlichen, hernienartigen Ausstülpungen,die sich weit in das Mark hinein erstrecken, versehenen. Besser consorvirtder Axencylinder seine Gestalt in sehr verdünnter Ueberosmhnnsäure; mankann ihn auch hier auf Querschnitten sehr schön erkennen, wenn mandie Säure so lange einwirken lässt, dass sich das Mark dunkel färbt,nicht aber der Axencjdinder.

Der Axencylinder zerfällt häufig an seinem peripherischen Ende insehr feine Fäden. Diese Theilung in feine Fäden kann sich auch, einekürzere oder längere Strecke weit, in den Axencylinder hinauf fortsetzen.Wenn aber in neuerer Zeit angegeben worden ist, dass der Axencylinderüberall aus einer grossen Menge von ausserordentlich feinen Fäden bestehe,welche sich sogar durch die Ganglienzellen, aus denen der Axencylinder,wie wir später sehen werden, entspringt, hindurch fortsetzen sollen, soist dies eine Annahme, für welche der. Beweis vorläufig noch mangelt.

Es ist überhaupt schwer, etwas Bestimmteres über die Structur desAxencylinders auszusagen, weil wir nicht überall Gelegenheit haben ihnim lebenden, im ganz frischen und unveränderten Zustande zu untersuchen.