Vagus und Accessorius.
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Es wird vom Pharynx'unterhalb der Region, von der aus Brechen aus-gelöst werden kann, und von da nach abwärts von jedem Orte des Oeso-phagus ausgelöst. Es ist den Chirurgen bekannt, dass, wenn man miteinem Instrumente in den Pharynx eindringt, zuerst Würgbewcgungcn ein-treten, welche das Instrument zurückzudrängen suchen. Ist man aber mitdemselben bis zu einer gewissen Tiefe gekommen, dann treten Schling-bewegungen ein, durch welche das Instrument herabgezogen wird. Es istferner bekannt, dass, wenn irgendwo im Oesophagus ein Bissen steckenbleibt, von Zeit zu Zeit vollständige Sehlingbewegungen ausgelöst werden,die den Bissen in den Magen hinabzubringen suchen. Wir begegnen hierwieder einer Erscheinung, mit der wir es noch öfter zu thu» habenwerden, nämlich der Erregung von Reflexbewegungen durch Summirungder Reize. Wenn ein solcher Bissen im Oesophagus liegt, so übt er da-selbst einen beständigen Reiz aus. Es dauert eine Zeit lang, bis die Reizesich soweit summirt haben, dass sie eine Reflexbewegung auslösen können.Sobald diese ausgelöst ist, tritt vorübergehend Ruhe ein, bis sich wiedervom Neuen im Centralorgane die Impulse so weit angesammelt haben,dass die Erregung für die motorischen Centren gross genug wird, umwiederum eine solche Reflexbewegung auszulösen u. s. w.
Eine dritte Art von Reflexbewegungen, welche vom Vagus ausgelöstwird, ist das Schluchzen, Singultus. Es wird von den Magenästen diesesNerven ausgelöst. Sonst gesunde Menschen werden auf einen kalten Trunkhin und auf andere plötzliche Reizungen der Magenschleimhaut von dem-selben befallen. Das Schluchzen besteht darin, dass das Zwerchfell sichplötzlich gewaltsam contrahirt und nicht wie bei der Inspiration zugleichauch die Stimmritze geöffnet wird. In Eolge davon schlagen die Stimm-bänder ventilartig zusammen, und durch die darauf eintretende Luft-verdünnung im Thorax entsteht ein Widerstand und dadurch die Empfin-dung eines Stosses.
Es entsteht nun die Erage, ob von den Magenästen des Vagus auchErbrochen ausgelöst werden kann. Einfache Reizung der Magenschleimhautbringt nicht Erbrechen hervor, wie die Reizung der Gaumenbögen unddes Schlundes. Es lässt sich aber nicht in Abrede stellen, dass durchSummirung der Reize auch vom Magen aus Erbrechen ausgelöst werdenkann. Dies geschieht aber nur bei Menschen, die zum Erbrechen geneigtsind. Diese machen nicht selten die Erfahrung, dass, wenn sie etwasschwer Verdauliches genossen haben, sie dieses eine oder mehrere Stundenbei sich behalten, dass aber dann plötzlich Brechbewegungen eintreten,die so lange andauern, bis der Mageninhalt entleert ist.
Ein anderes wichtiges Reflcxgebiet hat der Vagus in den Respira-tionswegen. Zuerst bewirkt er Verschluss der Stimmritze, und zwar durchden Laryngeus superior. Wenn man die obere Seite der Stimmbänderberührt, so tritt in Folge davon sofort Verschluss der Stimmritze ein. So-bald man aber etwas tiefer kommt und in die sogenannte Glottis respira-toria, den Raum zwischen den Giessbeckenknorpeln, und etwa eine Linienach abwärts eindringt, so tritt Husten als Reflexbewegung ein. Es ver-schliesst sich nicht nur die Stimmritze, sondern es treten auch krampf-hafte Exspirationsbewegungen ein, die den Verschluss der Stimmritzestossweise durchbrechen. Es ist leicht einzusehen, dass diese Anordnungder Reflexe vollkommen den Zwecken für die Erhaltung dos Organismus
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