Vagus und Accessorins.
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erhalten; aber der rechte Vagus ist der wirksamere. Dies wurde zuerstvon A. B. Meyer an der gemeinen Elussschildkröte (Emys Europaea)beobachtet, bei der der Unterschied besonders auffallend ist.
Das Herz steht still in der Diastole. Das also, was hier hervor-gerufen wird, ist eine wirkliche Hemmung. Es stehen alle Theile desHerzens in der Diastole still, so dass man die Sache nicht so auffassenkann, als ob das Herz in irgend einer Phase seiner Contraction fest-gehalten würde. Wenn man an einer Schildkröte, an der sich diese Ver-suche wegen der Grösse des Herzens und ihrer Lebenszähigkeit besondersgut anstellen lassen, die Vagi reizt und den Ventrikel abschneidet, sostehen die Vorhöfe noch still. Schneidet man auch diese weg, so siehtman, dass die Vena cava und die sogenannten Venae subclaviae, welchebei der Schildkröte die Vena eava superior ersetzen, in der Diastole stillstehen. Der Stillstand tritt nicht sofort bei Beginn der Beizung ein,sondern es dauert eine Zeit lang, ehe er eintritt. Hat der Beiz aufgehört,so übordauort der Stillstand das Aufhören desselben einige Zeit, und dannfangt das Herz an mit einer kräftigen Contraction und setzt sich allmäligin seinen gewöhnlichen Bhythmus.
Der Herzstillstand auf Vagusreizung ist auch am Mensehen beob-achtet worden, und zwar zuerst in Wien in einem pathologischen Balle.Es kam zu einem hiesigen Arzte ein Kranker, der ihm klagte, er habevon Zeit zu Zeit das Gefühl heftiger Angst, und während dieser Zeitstehe ihm das Herz still. Später kam er zur Obduction, und bei dieserzeigte es sich, dass der eine Vagus in ein Baquet geschwellter Lymph-drüsen derart eingeschlossen war, dass er unter gewissen Umständen ge-drückt oder gezerrt werden konnte, was eine Beizung desselben und inFolge davon den Herzstillstand bedingte. Später hat Job. Czermak durchReizung der N. vagi am Halse an sich selbst mittelst Druck das Herz zumStillstande gebracht. In neuerer Zeit hat H. Quinke zahlreiche Versuchehierüber angestellt und gefunden, dass sieh bei vielen Menschen vorüber-gehende Bulsverlangsamung hervorbringen lässt mittelst Eeizung des Vagusam Halse durch Druck.
Es fragt sich nun: Wird der Stillstand des Herzens durch Vagus-oder durch Accessoriusfasern hervorgerufen, mit anderen Worten: haben dieHemmungsfasern, die zum Herzen gehen, ihren Ursprung in den Vagus-oder in den Accessoriuswurzeln ? Haben sie ihren Ursprung in den Acees-soriuswurzeln, so ist zunächst zu erwarten, dass sie in dem Theile der-selben entspringen, der aus der Medulla oblongata kommt. Denn Bernardhat gezeigt, dass die Easern, die aus der Medulla oblongata kommen, den Astdes Accessorius zusammensetzen, der in die Scheide des Vagus übergeht,während andererseits der Theil der Fasern, der tiefer entspringt, den Astdes Nerven zusammensetzt, der zum Sternocleidomastoideus und Cucullarisgeht. Schon Waller hat gefunden, dass, wenn man den Accessorius aus-reisst, Beschleunigung des Herzschlages eintritt. Beisst man einen Acces-sorius aus, wartet drei Tage und reizt den Vagus derselben Seite amHalse, so erhält man keinen Stillstand des Herzens, während sich solcherdurch Beizung des Vagus auf der anderen Seite erzielen lässt. Es mussausdrücklich erwähnt werden, dass dieser Erfolg schon nach drei Tagen,wo also noch keine für das Auge deutliche Degeneration des Nerven ein-tritt, beobachtet wird, so dass er seine Reizbarkeit offenbar früher verloren
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