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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Allgemeines.

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man zwei Zuckirngseurven, die nicht, zusammenfallen, sondern um einStück gegeneinander verschoben sind. Nimmt man nun zwei correspon-dirondo Punkte der beiden Curven und misst die horizontale Entfernungzwischen ihnen, so erhält man das Stück, um welches die zweite Curvegegen die erste verschoben ist, und wenn man die Geschwindigkeit kennt,mit der der Cylindcr, auf dem der Stift schreibt, rotirtc, so kann mandaraus die Zeit berechnen, die verbraucht wurde, damit die Erregungvon der höheren Reizstelle bis zur tieferen fortgepflanzt wurde.

Die zweite Methode, mittelst der Helmholtz die Fortpflanzungs-geschwindigkeit der Nervenerregungen bestimmte, beruht auf einer Me-thode von Pouillet, die derselbe angegeben, um überhaupt sehr kleineZeiträume zu messen. Wenn durch eine Tangentenbussole ein elektrischerStrom eine sehr kurze Zeit hindurchgeht, so lenkt er die Magnetnadelab; er lenkt sie aber natürlich nicht zu dem ganzen Ausschlage ab,welcher erzielt worden wäre, wenn der Strom längere Zeit hindurch-gegangen wäre. Wenn man nun die constante Ablenkung kennt, welchedie Magnetnadel dieser Bussole erhalten würde, wenn der Strom vonderselben Stärke dauernd durch dieselbe hindurchginge, und die Schwin-gungsdauer der Magnetnadel, so kann ma,n daraus die Zeit berechnen,während welcher der Strom hindurchgegangen ist, um eben diese ge-ringere Ablenkung, die man beobachtet hat, hervorzurufen. Nachdem manalso die constante Ablenkung der Bussole durch einen Strom von be-stimmter Stärke experimentell ermittelt hat, dient das blosse Ablesen derkleinen Ablenkung, welche dadurch erzielt wird, dass derselbe Strom einesehr kurze Zeit hindurchgeht, dazu, eben die Dauer dieser sehr kurzenZeit zu berechnen.

Dieses Verfahrens hat sich nun Helmholtz in der Weise bedient,dass er einen Muskel vom Nerven aus einmal dicht am Muskel durcheinen Inductionsschlag reizte. Gleichzeitig mit dem Beize trat der Stromin den Multiplicatorkreis ein. Wenn der Muskel anfing sich zusammen-zuziehen, hob er eine Platinspitze von einer Platte ab und öffnete dadurchdiesen Kreis. Dann hörte also der Strom im Multiplicator auf. Unmittelbardarauf hob der Muskel, indem er sich weiter zusammenzog, auch noch eineSpitze aus Quecksilber und öffnete so den Kreis an einer zweiten Stelle.Das Quecksilberniveau war so eingerichtet, dass, wenn die Metallspitzeeinmal herausgehoben war und dann auch wieder herunterfiel, sie dasQuecksilberniveau nicht mehr berührte. Es war nämlich vorher einQuecksilberfropfen aufgezogen worden, so dass, so lange als der Contactdauerte, die Leitung stattfand; so wie aber durch Herunterfallen desTropfens der Contact unterbrochen worden, stellte er sich nicht mehr her.Auf diese Weise war also der Strom durch die Drahtwindungen gegangenvon der Zeit an, wo der Reiz erfolgte, bis zur Zeit, wo der Muskel sichso weit contrahirtc, dass er die Platinspitze abhob. Nun wurde derselbeVersuch so angestellt, dass am oberen Ende des Nerven gereizt wurde,und man erhielt so zwei Zeitwerthe, die man von einander subtrahirte,und die Differenz, welche man erhielt, war offenbar die Zeit, welcheverbraucht worden war, damit die Erregung sich von der oberen bis zurunteren Reizstelle fortpflanze. Die Mittelwerthe der Versuche, die nachdiesen beiden Methoden angestellt waren, haben merkwürdig übereinstim-mende Resultate ergeben. Helmholtz erhielt nämlich als Mittelwerth