Entwickelung der Venen.
331
gleicht sich, bei den meisten Thieren später -wieder aus, aber bei einigenSäugctbiercn, wie beim Dügong (Halicoro), prägt sie sich noch stärkeraus, so dass das Herz durch einen tiefen Einschnitt äusserlich schon inzwei Ventrikel gethcilt ist. So wie sich diese Purehe bildet, wächstparallel mit ihr im Innern die Herzscheidewand, anfangs als sichelförmigeLeiste mit nach oben gerichteter Concavität. Die schliesslich noch blei-bende Lücke wird zum Ostium aorticum verwendet. Etwa gleichzeitigwächst eine Scheidewand im Vorhof von oben nach unten. Sie beginntnach Rokitansky, dessen Untersuchungen wir hier folgen, an der linkenSeite der Circumferenz des einmündenden Körpervenenstammes. Es istdies das Septum atriorum. Es wächst hinab bis an das ursprünglicheinfache Ostium atrioventriculare, das somit in ein rechtes und ein linkesgethcilt wird. Hier vereinigt sich nun das Septum ventriculorum mitdem Septum atriorum. Ehe diese Vereinigung sich vollendet, wird nachLindes und nach Rokitansky das Septum atriorum in bedeutenderAiisdehnung netzförmig durchbrochen. Dieser Durchbruch ist zugleich dieAnlage des Foramen ovale. Die Valvula foraminis ovalis ist eine spätereBildung. Das sind mit der Bildung der Arterien für das sich ent-wickelnde chylopoctische System die Hauptveränderungen, welche imArtcriensystcmo vor sich gehen. Ich muss nur noch hinzufügen, dass eineder beiden Arteriae omphalomcscrai'cae obliterirt, so dass später nur einevorhanden ist, und dass diese eine es ist, welche dem Darmcanal dieersten Gefässe abgibt, so dass sich ihr Stamm, wenn die Circulation durchdie Nabelblase aufhört, als der Stamm einer Artcria mescrai'ca scu mesen-(erialis darstellt.
Entwickelunsr der Venen.
In der ersten Circulationsperiodc, in der noch keine Allantoi's oxistirtund die ernährende Circulation noch durch die Nabelblase geht, da fliesstim Embryo noch verhältnissmässig wenig Blut. Die ersten grösserenVenen, die sich ausbilden, sind die sogenannten Cardinalvenen von Rathke.Eür jede Hälfte des Körpers existirt eine obere und eine untere Cardinal-vene. Jcderscits münden die obere und die untere Cardinalvene zusammenin einen kurzen, horizontal verlaufenden Stamm. Diese beiden Stämme,die so entstehen, sind die Ductus Cuvieri, welche zusammen in das venöseEnde des Herzens einmünden. Zugeführt wird dem Embryo das Blutdurch die Vena omphalomeseraica, die allein noch übrig ist von den beidenVenae omphalomeseraieae, indem die andere zu Grunde gegangen ist. Beider weiteren Entwickelung des Embryo geht die Vena omphalomeseraicaeine Verbindung mit der Leber ein. Sowie sich die Lober entwickelt,vertheilt sich die Vena omphalomeseraica in ihr und bildet auf dieseWeise ein primitives Pfortadersystem. Zu gleicher Zeit aber entwickeltsich der Darmcanal, und es kommt also auch Blut von demselben, undzwar durch eine Veno, welche als Vena mescrai'ca zu benennen ist. DieseVene mündet in die Vena omphalomeseraica ein, und durch diese gehtihr Blut zur Leber. Nun wächst aber der Darmcanal immer weiter, unddie Nabelblasc bleibt im Wachsthum zurück und atrophirt endlich, sodass, während ursprünglich die Vena meserai'ca als ein kleiner Ast der