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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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HB

Augenspiegel.

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Die Augenspiegel.

Wir haben also gesehen, dass man sich deutliche Netzhautbilder ver-schaffen kann, erstens von Gegenstanden, die zu klein sind, als dass mansie deutlich schon könnte, und zweitens von Gegenständen, die zu entferntsind, um ein hinreichend grosses Netzhautbild zu geben. Wir könnenuns jetzt noch die Frage vorlegen: Wie können wir in das Auge einesAndern hineinsehen? Wenn wir das Auge eines Andern ansehen, sostlicn wir bekanntlich durch die Pupille einen schwarzen Grund, aber wirsehen nichts auf diesem Grunde. Das hat zweierlei Ursachen. Erstenssehen wir nichts auf diesem Grunde, weil die Netzhaut mit ihren Ge-lassen und die Chorioidea, die wir sehen sollten, nicht in der Entfernungdes deutschen Sehens sind, und zweitens sehen wir nichts, weil der Augen-grund nicht hinreichend beleuchtet ist. Die Beleuchtung können wir unsverschaffen. Es wird keineswegs alles Licht im Auge absorbirt; es ist be-kannt, dass die Augen derjenigen Thicre, die ein Tapctum haben, wie dieHunde und die Katzen, angeblich im Dunklen leuchten. Sie leuchtenaber nicht im Ganzdunklen, sondern sie geben nur von einer Lichtquellemi viel Licht zurück, dass sie im Thcilweiscdunklen unter gewissen Um-standen leuchtend erscheinen. Wenn zum Beispiel ein solches Thier irgendwoim dunklen Baume in einem Winkel sitzt, und man öffnet die Thüre undes fallt Licht durch dieselbe ein, so leuchtet das Auge dieses Thieres auf.Dies geschieht deshalb, weil die Strahlen, die aus dem Auge zurück-kommen, dieselben Brechungen erleiden wie die, welche in das Augehineingelangten, und somit das Licht näherungsweise an denselben Ortzurückkehrt, von dem es ausgegangen ist. Stehe ich also in der offenenThüre, so inuss das Licht zu mir zurückkehren, und folglich muss ich dasAuge des Thieres leuchtend sehen.

Auch aus dein Auge des Menschen kommt Licht zurück, wenn auchviel weniger als von dem Auge dieser Thiere, weil er eben kein Tapc-tum hat, immerhin so viel, dass man auch das menschliehe Auge unterpassenden Umstünden leuchtend sehen kann. Denken Sie sich das Augeeines Individuums und vor demselben eine Lichtflamme, so wird dieLichtflamme ein Bild auf die Netzhaut werfen, und die Strahlen, die zu-rückkommen, werden im Allgemeinen den Weg der eingetretenen Strahlengehen. Wenn sich nun dem zu beobachtenden Auge gegenüber näherungs-weise in einer Linie mit der Lichtflamme ein anderes befindet, und manverdeckt diesem die Lichtflamme, so wird ein Thcil des Lichtes, das nichtgenau denselben Weg zurückgelegt hat, in das beobachtende Auge ge-langen, und dieses wird dann das beobachtete Auge leuchten sehen. Ichkann dies aber auch noch anders bewirken. Ich kann ein Planglas, a bFigur 51, schief aufstellen, und zur Seite davon eine Lichtquelle, dannwird das Licht von dem Planglasc in das beobachtete Auge A reflectirtwerden, es wird ein Flammenbild /, auf der Netzhaut entstehen; dasLicht, das von diesem zurückkommt, geht durch das Planglas hindurchund gelangt zum beobachtenden Auge, das sich hinter dem Planglase be-findet. Ich kann auch mehrere Platten hintereinander legen, damit dieKetlexion stärker wird und eine grössere Menge Lichtes in das beobachteteund somit auch aus demselben in das beobachtende Auge B gelangt. Dieswar die Beleuchtung, welche Ilelmholtz, der Erfinder des Augenspiegels,