Astigmatismus.
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Wortes nicht, und speciell ist es die Hornhaut nicht. In der Kegel istder Krümmungshalbmesser der Hornhaut im verticalen Durchschnitt etwaskleiner als der Krümmungshalbmesser der Hornhaut im horizontalen Durch-schnitt. Dies bedingt den sogenannten normalen oder physiologischenAstigmatismus. Indem die vertical divergirenden Strahlen früher zurVereinigung kommen als die horizontal divergirenden Strahlen, gibt eskeinen einzelnen Punkt, wo das Lichtbündel, welches repräsentirt ist durchden Lichtkegel der convergirondon und durch den darauf gesetzten derdivergirenden Strahlen, am dünnsten ist; sondern es gibt eine Strecke,in der es näherungsweise gleich dünn ist, wo also die Zerstreuungskreisosehr wenig wachsen, wenn die Retina etwas nach vorn oder nach hintenzurückweicht. Dies ist, was Sturm mit dem Namen Intervalle vocal be-zeichnet hat. Sturm wollte aus dem normalen Astigmatismus die ganzeAecommodation für verschiedene Sehweiten erklären oder vielmehr hinwegerklären. Er sagte: Das Auge braucht gar keine Aecommodation, es istvermöge dieser Asymmetrie der Oberflächen um die Axe schon von vorne-herein so eingerichtet, dass es in verschiedenen Entfernungen deutlichsieht. Es ist hinreichend dargethan, dass zwar das Intervalle focal exi-<üvt, aber ausserdem noch eine Aecommodation durch Gestaltvcrändcrungder Linse. Das Intervalle focal erklärt, nur die Accommodationsbreite, oderrichtiger die Breite des deutlichen Sehens, welche übrig bleibt, wenn dieLinse aus dem Auge entfernt worden ist. Der Astigmatismus kann anomalsein durch die Richtung, insofern als die Ebene der kürzesten Vereinigungs-weite nicht nur die vertieale Ebene, und die Ebene der grössten Ver-einigungsweite nicht die horizontale Ebene ist. Es kann aber auch un-gewöhnlich sein durch seinen Grad, und zwar in solcher Weise, dassdadurch das Sehen wesentlich beeinträchtigt wird.
Der Astigmatismus war schon Thomas Young bekannt, der ihmselbst in bedeutendem Grade unterworfen war. Ebenso der königlicheAstronom Airy, der durch Astigmatismus wesentlich am deutlichen Sehengehindert wurde und ihn deshalb mit einer Cylinderlinse corrigirte. Siesehen leicht ein, dass, wenn ich eine Convexcylinderlinse so vor dasAuge lege, dass die Axe der Cylinderflächc in der Ebene der kürzestenVereinigungsweite liegt, ich dadurch die Asymmetrie des Auges compen-siren kann. Ich kann machen, dass die horizontal und die vertical diver-girenden Strahlen sich in einer und derselben Entfernung vereinigen.Das ist zu thun, wenn das astigmatische Auge weitsichtig ist; ist es aberkurzsichtig, dann werde ich eine Concavcylindcrlinse vor das Auge setzenund hiomit den Astigmatismus corrigiren, indem ich nun die Axe derCylinderflächc in die Ebene der grössten Vereinigungsweite verlege. Ichkann auch, wenn die Cylinderlinse noch nicht den Accommodationsfehlerin der wünschenswerthen Weise corrigirt, sie noch mit einer sphärischenSammel- oder Zerstreuungslinie combiniren. Die ausgedehntesten Arbeitenüber den Astigmatismus hat Don der s gemacht, und seitdem ist auch dieLehre von demselben und die Art und Weise, wie man ihn ermitteltund corrigirt, allgemein in die Augenheilkunde übertragen. Ein bedeu-tender Grad von Astigmatismus wird schon merklich, wenn man zweiunter rechtem Winkel gekreuzte Linien dem Auge nähert und wiederentfernt. Man findet dann, dass nicht beide gleichzeitig undeutlich undnicht gleichzeitig deutlich werden. Deutlicher noch tritt der Einfiuss der