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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Albuminoide.

Zersetzung eines Bestandtheils der Blutkörperchen ihre Entstehung ver-danken und für die Erkennung des Blutes in medico-legalen Fallen vonWichtigkeit sind. Beim Behandeln mit Alkalien liefern sie Chlormetalleund Hämatin (den eisenhaltigen rothen Blutfarbstoff).

Alb

u m 1 n o i

AllgemeinerCharakter.

Knochen-leim.

Wir bezeichnen mit diesem Namen eine Reihe dem Thierorganisinuseigenthümlicher stickstoffhaltiger Stoffe, die im Allgemeinen dadurchcharakterisirt sind, dass sie nicht, wie die eigentlichen Albuminstoffe vor-zugsweise in Lösung und als Cytoblastem vorkommen, sondern meistselbst organisirt sind und Bestandtheile der verschiedenen thierischenGewebe bilden. Man hat sie Albuminoide genannt.

Ihre Zusammensetzung nähert sich einigermaassen jener der Albu-minstoffe, doch enthalten sie weniger Kohlenstoff. In ihrem Verhalten un-terscheiden sie sich von den eigentlichen Albuminstoffen vorzüglich durchihre Nichtfällbarkeit durch Salpetersäure und Ferrocyankalium.Ihre Zersetzungsproducte stimmen im Allgemeinen mit jenen der Albu-minate überein.

Knochenleim. Glutin. Zusammensetzung in 100 Thln.: Kohlenstoff5076, Wasserstoff 7'15, Stickstoff 18-32, Schwefel 0'56, Sauerstoff 23-21.

Unter dem Namen Leim begreift man Substanzen, die als solcheim thierischen Organismus in der Regel keineswegs fertig gebildet vorkom-men, sondern sich erst durch die Einwirkung kochenden Wassers auf ge-wisse thierische Gewebe, die man deshalb leim geh ende nennt, bilden.Zu den leimgebenden Geweben gehört das Knorpelgewebe, der Knochen-knorpel, das Bindegewebe, das Gewebe der Hornhaut und zum Theildas elastische Gewebe. Durch längeres Kochen gehen alle diese Gewebeunter Zerstörung ihrer histologischen Structur in Leim über. Mit demNamen Glutin oder Knochenleim bezeichnen wir den Leim, der durchKochen der Knochenknorpel, der Sehnen, des Bindegewebes, des Hirsch-horns, der Kalbsfüsse und der Fischschuppen erhalten wird. Ein mitdem Glutin in allen Eigenschaften übereinstimmender Stoff wurde imleukämischen Blute aufgefunden.

Der vollkommen reine getrocknete Knochenleim ist spröde, glasartigdurchsichtig, nahezu farblos, ohne Geruch und Geschmack. Beim Er-hitzen schmilzt er und zersetzt sich in höherer Temperatur. In kaltemWasser quillt er auf, wobei er seine Durchsichtigkeit verliert, in kochen-dem löst er sich zu einer dicklichen Flüssigkeit, die beim Erkalten zueiner Gallerte gesteht. Wasser, welches nur 1 Proc. Leim enthält, wirdbeim Erkalten noch gallertartig. Durch länger fortgesetztes Kochenverliert der Leim die Eigenschaft, beim Erkalten zu gelatiniren, dasselbebewirkt concentrirte Essigsäure. In Alkohol und Aether ist er unlöslich.