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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Alliuiniiistoft'c.

I.< gumin.

Emiilsin.

Kiilium-albuminat.

Amyloid u.Prots&ure.

Pflanzeneasein. Legumin. In den Hülsenfrüchten, den Bohnen,Erbsen und Linsen, ferner in vielen ölreiehen Samen, wie den Mandeln,kommt ein Albuminstoff vor, welcher mit dem Casei'n der Milch alle wesent-lichen Eigenschaften gemein hat. Es wird aus seinen Auflösungen durchLab, durch Essigsäure, durch Alkohol u. s. w. niedergeschlagen und seineLösung gerinnt beim Sieden nicht, sondern bildet wie die Milch beimAbdampfen eine sich immer wieder erneuernde Haut. Das Leguminlöst sich in Chlornatriumlösung auf und wird aus dieser Lösung durchWasser niedergeschlagen. Nach längerem Stehen unter Wasser löst essich aber nicht mehr vollständig in Chlornatriumlösung auf. Durch län-geres Stehen wird die Leguminlösung unter Bildung von Milchsäure sauer.

Man stellt das Legumin dar, indem man Bohnen, Erbsen oder Linsen inwarmem Wasser aufquellen lässt, hierauf zu einem Brei zerreibt, mit Wasserverdünnt, das Stärkemehl, die Membranen u. s. w. sich absetzen lässt und ausder decantirten Flüssigkeit das Pflanzencase'in durch Essigsäure fällt.

In den Mandeln (den süssen, wie den bitteren) ist ausser dem Legumin(das Legumin der Mandeln und Lupinen wird auch wohl alsConglutinbezeichnet) noch ein anderer durch Säuren und Wärme nicht gerinnbarerAlbuminstoff enthalten: Emulsin, welches ein sehr wirksames FermentfürAmygdalin (vergl. S. 488) und Salicin (vergl. S. 555) darstellt. Leguminund Conglutin geben bei der Zersetzung mit verdünnter SchwefelsäureAsparaginsäure und Glutaminsäure.

Kaliumalbuminat. Wenn man die concentrirte Lösung beiderAlbumine mit concentrirter Kalilauge versetzt, so erstarrt Alles zu einerdurchsichtigen festen Gallerte von Kaliumalbuminat. Dieser Körper istaber auch in verschiedenen thierischen Geweben und Flüssigkeiten nach-gewiesen. Er zeigt in seinem Verhalten die grösste Uebereinstimmungmit dem Casei'n der Milch. Unterscheidet sich aber von dem letzterendadurch, dass seine Lösungen durch Thonzellen diffundiren, während beigleicher Behandlung der Milch kein Casei'n in das Dialysat gelangt, undweiterhin dadurch, dass mit kohlensauren Alkalien versetzte Lösungendes Milchcaseins beim Erhitzen gerinnen, während Kalialbuminatlösungen,mit kohlensauren Alkalien versetzt, weder in der Kälte noch in derWärme zur Coagulation gebracht werden können.

Zu den Albuminstoffen zählen ferner, sind aber noch sehr wenigstudirt:

Amyloid, ein in der Wachsleber, in Gehirn und Nerven, und in derSpeckmilz nachgewiesener Körper, der nach seiner äusseren Form undnach seinen mikrochemischen Reactionen einige Aehnlichkeit mit Amylumhat, und Protsäure, ein aus dem Fleischextract von Fischen durch Säu-ren gefällter Körper.

An die Albuminstoffe schliessen wir an: