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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Fibrine.

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unter dem Einflüsse tkeilweise ungekannter Momente, namentlich aber einesden Blutkörperchen angehörenden Bestandtheils: des Paraglobulins(fibrinoplastische Substanz), welcher in das Blutplasma diffundirt, nachlängerer oder kürzerer Zeit von selbst in jenen Körper übergeht, den wirBlutfibrin nennen und auf dessen Unlöslichwerden die Gerinnung des ausder Ader gelassenen, oder des in den Adern von Leichen befindlichenBlutes beruht. Der geronnene Blutfaserstoff stellt im feuchten frischenZustande eine gelblich-, auch wohl graulich-weisse, fest-weiche, elastisch-zähe Masse von scheinbar faseriger Structur dar, welche geruch- und ge-schmacklos und in Wasser, Alkohol und Aether unlöslich ist. Getrocknetbesitzt sie alle den unlöslichen AlbuminstofFen zukommenden Eigenschaftenund lässt sich in diesem Zustande auch von anderen Gliedern der Gruppedurchaus nicht unterscheiden. Der feuchte geronnene Blutfaserstoff löstsich in Essigsäure und Alkalien leichter auf, als andere Albuminstoffe; insalzsäurehaltigem Wasser quillt er zu einer gallertartigen Masse auf, ohnesich zu lösen, dagegen löst er sich in gewissen Salzen mit alkalischerBasis, namentlich in Salpeterlösung, wenn er mehrere Stunden lang bei30° bis 40° C. damit digerirt wird. In Berührung mit Wasserstoffsuper-oxyd bewirkt er eine sehr lebhafte Zersetzung desselben, wobei unterAufbrausen Sauerstoff entweicht.

Pflanzenfibrin. In den Oerealien ist eine Substanz enthalten: derKleber, der durch Behandlung mit Weingeist sich in einen in Wein-geist unlöslichen: das Pflanzenfibrin, und einen darin löslichen: Pflan-zenleim zerlegen lässt. Man erhält den Kleber in grösster Menge ausdem Weizenmehl, indem man selbes mit Wasser zu einem Teige anmacht,diesen hierauf in ein Leinwandsäckchen einbindet und dann mit Wasserso lange knetet, bis das Stärkemehl und andere Stoffe vollkommen ent-fernt sind. Im Säckchen bleibt er dann als eine gelblich-graue, zähe,elastische Masse zurück.

Das Pflanzenfibrin, durch Auskochen des Klebers mit Weingeistund nachherige Behandlung mit Aether (zur Entfernung der Fette) er-halten , stellt eine grauweisse, elastisch-zähe, in Wasser, Alkohol undAether unlösliche Masse dar, die in verdünnten Alkalien leicht löslichist, und daraus durch Neutralisation mit Essigsäure gefällt wird. Auchin sehr verdünnter Salzsäure ist es löslich, es wird aus diesen Lösungendurch Neutralsalze gefällt.

Der Pflanzenleim (Glutin) ist eine in verdünntem Weingeist lös-liche, zähe, knetbare Masse. Absoluter Alkohol fällt aus seiner weingeisti-gen Lösung eine schleimige, nach dem Trocknen spröde Masse: Mucedin.Durch Kochen mit verdünnten Säuren spaltet sich dieses in Leucin, Tyrosinund Glutaminsäure. Beim Keimen der Samen geht das Pflanzenfibrin ineinen löslichen noch nicht rein dargestellten Albuminstoff über, Diastasgenannt. Es ist dadurch merkwürdig, dass es bei 70° grosse Massenvon Stärke in Dextrin und Zucker zu verwandeln vermag (vergl. S. 363).Es ist im Malz und Malzauszug enthalten.

Auf demUnlösl'ich-werden desFibrins be-ruht dieGerinnungdes Blutes.

Eigen-schaften desgeronnenenBlutfaser-stoffs.

rtlanzen-fibrin.

Pflanzen-leim.

Glutaminsäure.