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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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leichtflüchtige Alkaloüle.

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tirt, jedenfalls ist es weniger giftig, als das Morphin. Es ist eine nursoliwache einsäurige Salzbasis, die mit Säuren krystallisirbare Salze bil-det, die theilweise durch Wasser schon zersetzt werden. Sie schmeckenbitter und werden aus ihren Auflösungen durch Kali und Kalk gefällt.

In concentrirter Schwefelsäure löst sich das Narcotin zu einer gel-ben Lösung auf, welche beim Erwärmen zuerst blutroth, dann dunkel-violett wird. Erhitzt man es mit Wasser auf 250°, so bildet sich Tri-methylamin; erhitzt man es mit Chlor- oder Jodwasserstoffsäure, sotreten successive drei Methylgruppen als Methylchlorid- oder Jodid aus,und es bilden sich drei neue noch wenig studirteBasen: Dimethylnor-narcotin: C21H21NO7, Methylnornarcotin: CäoHmNO? undNornar-cotin: Ci 9 H, 7 N0 7 .

Bei längerem Erhitzen mit Wasser spaltet sich das Narcotin inMeco- Meconfa.nin: C 10 Hi 0 O4, einen im Opium fertig gebildeten indifferenten, leichtlöslichen krystallisirbaren Körper und in

Cotarnin: C12H13NO.J, eine starke, in farblosen Prismen krystalli- Ootarnln.sirende organische Base, die deutlich alkalisch reagirt, sehr bitterschmeckt, in kochendem Wasser leicht löslich ist und sich mit Säuren zuwohl krystallisirbaren Salzen vereinigt. Das Platindoppelsalz erhält manauch unmittelbar durch Behandlung von Narcotin mit Platinchlorid.Beim Erwärmen mit verdünnter Salpetersäure geht es in eine stickstoff-freie Säure: Cotarni nsäure: C u H J2 Os, die wahrscheinlich zweibasischist und in salpetersaures Methylamin über.

Oxydirende Agentien verwandeln Narcotin in Cotarnin, Opiansäure(S. 527) unter Umständen (bei Anwendung verdünnter Salpetersäure)auch in Hemipinsäure (S. 527) und Meconin.

Darstellung. Das Narcotin wird aus dem Opiumauszuge durch Animo- Darstellung:,niak, zugleich mit Morphin gefällt. Behandelt man diesen Niederschlag mitAether, so löst dieser das Narcotin auf. Ein grosser Theil des Narcotins, wel-ches im Opium enthalten ist, bleibt aber bei der Bxtraction desselben mitWasser ungelöst zurück, und kann daraus durch salzsäurehaltiges Wasser aus-gezogen werden. Aus dieser Lösung fällt man es durch kohlensaures Na-trium aus. »

Thebain: CigH^iNO-;. Farblose Krystalle, alkalisch reagirend, von Thebain.scharfem Geschmack und wenig löslich in Wasser. Das salzsaure Salzist sehr giftig und geht beim Kochen mit Salzsäure in zwei isomereBasen: Thebenin und Thebaicin über.

Narcein: C23II29NO9. Farblose, kleine Prismen von schwach bit- Narcoin.terem Geschmack, leicht löslich in kochendem Wasser, unlöslich in Aether.Bei 145° schmelzbar. Wird von Jod blau wie Stärke gefärbt, wennnicht ein zu grosser Ueberschuss von Jod angewendet wird. Wirktschlafbringend.

Papaverin: C20H21NO4. In Wasser unlösliche, farblose Prismen; p ap averin.giebt schön krystallisirte Salze, wird mit concentrirter Schwefelsäureblau und ist nicht giftig.

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