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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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608
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G08

Alkaloide.

Spartei'n.

Darstel-lung.

schüttelt. Man dunstet den Aether ab und destülirt das rückständige Nicotinim "Wasserstoffgasstrome.

Sparteln: C| 5 H 2 i)N 2 . In Spartüim scoparium enthalten. Frischdestülirt ein farbloses, dickflüssiges Oel, schwerer als Wasser, von einemGenich, der an den des Anilins erinnert und von sehr bitterem Ge-schmack. Es scheint ein" narkotisches Gift zu sein, reagirt alkalisch undneutralisirt die Säuren unter Bindung von 2 Mol. derselben, vollständig.Bei 287° C. siedet es. In Wasser ist es wenig löslich und wird in Berüh-rung damit bald ortalisirend. An der Luft bräunt es sich. Die Sparteiin-salze sind grossentheils amorph. Das Platindoppelsalz: Cj 5 IL fi N 2 ,2HCl,PtCl.i, krystallisirt in grossen gelben Krystallen.

Gegen Jodäthyl verhält es sich wie Nicotin und ist eine keinen ver-tretbaren Wasserstoff mehr enthaltende tertiäre Diaminbase.

Darstellung. Das Spartei'n wird aus dem Pfriemenkraut dargestellt, indemman das wässerige Decoct der Pflanze, welches beim Erkalten gallertartig er-starrt, mit etwas salzsäurehaltigem Wasser behandelt, die salzsaure Lösung Con-centrin und hierauf mit Natronlauge destülirt. Aus dem Destillat wird dieBasis durch Kochsalz abgeschieden, durch Natrium getrocknet und durch Rec-tification gereinigt.

II. Nichtflüchtige Alkaloide.

Es gehören hierher die meisten arzneilich wichtigen Pflanzenbasen,meist krystallisirbar, geruchlos, von bitteremGeschmack, in Wasser wenig löslich, leichter in kochendem Alkohol.

Nicht-

Aikaioide. Sie sind gewöhnlich fest

Alkaloide

des

Opiums,

Alkaloide des Opiums.

Im Opium, dem durch Einritzen der halbreifen Samenkapseln vonPapaver somniferum ausfliessenden und nachher eingedickten Milchsafte,einem sehr wichtigen Arzneimittel, sind neben Mekonsäure und anderenPflanzensäuren, bisher folgende Alkaloide nachgewiesen:

Morphin, Codein, Thebai'n, Narceln, Papaverin, Narcotin,Pseudomorphin, Rhoeadin, Mekonidin, Laudanin, Codamin,Lantophin, Opianin und Metainorphin. Es ist sehr fraglich, oballe diese Basen als constante Bestandtheile des Opiums anzusehen sind,oder ob sie nicht vielmehr gewissen Entwickelungsphasen und Boden-verhältnissen der Pflanze, oder vielleicht auch bestimmten Zersetzungenund Uebergängen der constant vorkommenden Alkaloide entsprechen.Viele davon endlich sind nur in so kleinen Mengen im Opium enthalten,dass es grosser Massen von Opium bedarf, um sie daraus zu isoliren.Wir werden daher nur die wichtigeren Opiumalkalolde näher besprechen.Von allen Alkaloiden sind Morphin und Narcotin in den verschiede-nen Opiumsorten bei weitem in grösster Menge vorhanden.