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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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561
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Stickstoffhaltige Glykoside.

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in Zucker und einen harzartigen Körper. In Wunden gebracht, wirkt estödtlich.

Zu den stickstofffreien Glykosiden zählen endlich:

Cyclamin, aus Cyclamen europacum, C 20 H 34 0 2() ; Daphnin, weitereC31H34O19, aus Daphne Mezereum u. D. alpina; Ononin, in der Wurzel freie "fliycvon Ononis spinosa; Glycyrrhizin in demSüssholz; Saponin in der Sei- Slrte -fenwurzel; Helleborin und Helleborei'n, in der schwarzen und grünenNiesswurzel; Phillyrin axis Phillyria latifolia; Fraxin aus den Bindenvon Fraxinus excelsior und Aesculus Hippocastanuni; Caincin in derWurzel von Chiocca ramosa; Chinovin in den unechten Chinarinden,namentlich China nova; Pinipikrin in den Binden und Nadeln vonPinus sylvestris u. a. m.

Z.'. Stickstoffhaltige Glykoside.

Solanin: C4 3 H7I N 0 ](l . Ist in vielen Solanumarten, z. B. den Solanin.Beeren von Solanum nigrum und Diücamara, sowie in den Keimen derKartoffeln enthalten. Man erhält es am Einfachsten aus den Kartoffel-keimen, indem man dieselben mit verdünnter Salzsäure auszieht, dasSolanin aus der Lösung durch Ammoniak fällt und aus Alkohol umkry-stallisirt. Farblose, mikroskopische Krystallnadeln von bitterem und zu-gleich kratzendem Geschmack, bei 235°C. erst schmelzend. Das Solaninist in kaltem Wasser, Alkohol und Aether ziemlich schwer löslich undgiftig. Beim Erwärmen mit verdünnten Säuren zerlegt es sich unterWasseraufnahme in Solanidin und Zucker nach der Gleichung:

C 43 H 71 N0 1(i 4- 3H a O = C 20 H 41 NO -f- 3(0 6 H ]2 O„)Solanin Solanidin

Das Solanidin stellt in heissem Alkohol lösliche, farblose Krystalle Solanidin.dar, die sich im Kohlensäurestrom verflüchtigen. Es reagirt stark alka-lisch, und verhält sich in der That wie eine organische Base. Es vereinigtsich mit Säuren zu Salzen; die salzsaure Verbindung giebt mit Platin-chlorid ein Doppelsalz. Concentrirte Salzsäure verwandelt das Solani-din in eine weitere nicht genau studirte starke Base: Solanicin. Soiamciu.

Auch das Solanin selbst hat basische Eigenschaften und giebt mit1 Mol. Säure leicht lösliche Salze.

Amygdalin:'C 2 oH27NO n -j 1 3II 2 0. Ist bis jetzt nur aus den bit- Amygdaiin.teren Mandeln dargestellt; doch kommt es auch in den Blättern undBeeren von Prunus Laura- Cerasus, in den Blüthen, der Binde und denFruchtkernen von Prunus Pudus, in der Binde und den jungen Triebenund Blättern von Sorbus Aucuparia, in den Fruchtkernen der Kirschen,Aprikosen und Pfirsiche, und vielen anderen Pomaceen und Amygda-leen vor.

Durch Ausziehen der durch Pressen von fettem Oel befreiten bitte-

V- Gorup-Kesan ez, Organische Chemie. ijc

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