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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Künstliche

Darstellung

desselben.

Das Glyce-rin findetin derTechniklind in derMcdicin alsArzneimit-tel Anwen-dung.

Dreiwerthige Alkohole und ihre Derivate.

zur Syrupconsistenz ab. Auch durch Behandlung der Glyceride mit salzsauremGase in alkoholischer Lösung erhält man es.

Von Interesse ist seine künstliche Darstellung. Die Theoriederselben ist folgende:

I. Man behandelt Jodallyl mit Brom, wobei ersteres unter Abschei-dung von Jod in die Bromverbindung des dreiwerthig gewordenen Radi-cals C 3 H 6 '", Glyceryl, übergeht:O a HV

Br =

C 3 H 5 '1 ,Br / +Allylbromid

1 Mol. Glyceryl-bromid

S'l

Allyliodid

Br/ + - m ~ Br 3 J

Allylbromid Glycerylbromid

IL Man behandelt das Glycerylbromid mit essigsaurem Silber, wo-bei Bromsilber und Essigsäure-Glycerid durch wechselseitigen Austauschgebildet werden:

(C 2 H 3 0'U 0 _ Ag 3 l , (C 2 H 3 0') 3 )

Ag a r 3 - Br 3 | PaH,'"/ 0 «

3 Mol. essigsau- 3 Mol. Brom- 1 Mol. Essigsaure-res Silber silber glycerid

III. Man behandelt das Essigsäure-Glycerid mit Kalihydrat, wobeiessigsaures Kalium einerseits und Glycerin andererseits entstehen:

(C 2 H 3 0') 3 l 0a , K 3 ] 0 _ (0 3 H 3 O') 3 l o , C 3 H B "'IC 3 H 5 '"| U 3 + H 3 /°s - K 3 / U 3 + H 3 |°3

1 Mol. Essigsäure- 3 Mol. Kali- 3 Mol. essigsaures 1 Mol. Gly-

glycerid hydrat Kalium cerin

Das Glycerin wird gegenwärtig in der Technik und in der Medicin alsArzneimittel angewendet und deshalb in den Handel gebracht. Es wird imGrossen durch Behandlung von Eetten mit überhitzten "Wasserdämpfen ge-wonnen. Man benutzt es entweder als äusserliches Mittel bei Haut- undOhrenkrankheiten, als Zusatz zu Pomaden, Seifen und Salben, oder innerlichals Lösungsmittel für manche Arzneistoffe. Man hat ausserdem gefunden,dass thierische Stoffe, z. B. Fleisch, bei der Aufbewahrung in Glycerin nichtmehr faulen. Es eignet sich daher das Glycerin zur Conservation zootomischerund histologischer Präparate. Eine neuere Anwendung findet es zur Bereitungvon Nitroglycerin (Nobel's Sprengöl), ein sehr gefährliches, als Sprengnüttefbenutztes Präparat.

Zusammengesetzte Aether des Glycerins.Glvceride.

Glyceride. Das Glycerin als solches verbindet sich ebensowenig mit Säuren, als

ihrer°zu- sicn der Alkohol mit Säuren verbindet. Wenn Säuren auf den AlkoholBetztuiBund e i nw i r ken, so wird der extraradicale Wasserstoff des Alkohols durch dasBiidungs- betreffende Säureradical substituirt, was wir mit Hülfe der sogenanntentypischen Formulirung sehr übersichtlich erläutern können. Z. B.:

weise mit