Weinsäuren.
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stellt wird, lange Nadeln darstellt, aber sehr unbeständig ist und schonin wässeriger Lösung, sich selbst überlassen, unter Freiwerden von Stick-oxyd und Kohlensäure in Tartronsäure (vergl. S. 300) übergeht.
Von weiteren Derivaten der Weinsäure sind Tartranlid und Tar-traminsäure dargestellt.
2. Paraweinsäure. Traubensäure. Diese mit der Weinsäureisomere, und auch sonst zu ihr in sehr naher Beziehung stehende Säurewurde einigemal bei der fabrikmässigen Darstellung der Weinsäure ausgewissen Sorten rohen, namentlich italienischen Weinsteins gewonnen, istaber in geringer Menge in den meisten rohen Weinsteinsorten enthalten.
Rhombische Krystalle des triklinen Systems mit 1 Mol. Krystall-wasser, welches sie beim Erhitzen auf 100° C. verliert. Von der Wein-säure unterscheidet sie sich vorzugsweise durch geringere Löslich-keit in kaltem Wasser, dadurch, dassihre wässerige Lö-sung optisch unwirksam ist, sonach kein Drehungsver-mögen für den polarisirten Lichtstrahl besitzt, und dasssie durch Kalksalze gefällt wird, während fr eie WeinsäureKalksalze nicht fällt. Der traubensaure Kalk ist endlichin Salmiak unlöslich. In höherer Temperatur verhält sich die Trau-bensäure ähnlich der Weinsäure, und auch ihre Salze zeigen mit denweinsauren Salzen die vollkommenste Uebereinstimmung. Sie lassen sichvon den weinsauren Salzen nur dadurch unterscheiden, dass ihreLösungen optisch unwirksam sind, und ihre Krystalle niehemiedrisch ausgebildete Flächen zeigen. Ebenso sind auchdie aus Traubensäure dargestellten A m i d e 023tisch unwirksam, und zeigenvon den Aniiden der Weinsäure abweichende Krystallform.
Das Studium der optischen Eigenschaften organischer Körper undihrer krystallonomischen Verhältnisse hat bei der Traubensäure zu sehrmerkwürdigen Entdeckungen geführt, die nicht nur auf die Natur derTraubensäure selbst helles Licht werfen, sondern denen ein allgemeinesGesetz des polaren Zustandes, oder besser der polaren Ausgleichungder Materie zu Grunde zu liegen scheint, welches zwar noch verschleiertist, aber vielleicht auch in den allotropischen Zuständen der Elementeseinen Ausdruck findet.
Die Traubensäure lässt sich nämlich in Rechtsweinsäure und in eineSäure zerlegen, welche nicht nur allein dieselbe Zusammensetzung besitztwie die Rechtsweinsäure, sondern sich von ihr auch durch die chemischenEigenschaften und die Zusammensetzung ihrer Salze, durch ihre Löslich-keit, ihr specifisches Gewicht, ihr Verhalten in der Hitze und gegenandere Reagentien nicht im geringsten unterscheidet. Diese Säure ist die:
3. Linksweinsäure. Antiweinsäure. Rechtsweinsäure und Links-weinsäure nnA ihre Salze krystallisiren in denselben Krystallformen mithemiedrisch ausgebildeten Endflächen, aber in der Art, dass bei derRechtsweinsäure gerade diejenigen Flächen fehlen, welche bei der Links-
Trauben-säure.
Die Trau-bensäureunterschei-det sichvon derWeinsauredadurch,dass sie inWasserschwierigerlöslich, op-tisch un-wirksam istund dasssie Kalk-salze fällt.
Zerlegungder Trau-bensäure inWeinsäureund Anti-weinsäure.
Linkswein-säure.Merkwür-dige Gegen-sätze derWeinsäureund Anti-weinsäure.