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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Allgemeine Betrachtungen.

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bonsäure, und eine zweiwerthige Dicarbonsäure. Indem nämlichvou den auch diese (normalen) Alkohole charakterisirenden AtomgruppenClhOH zunächst nur einein die Carboxylgruppe COOH verwandelt wird,entstehen Säuren, welche zwei Hydroxyle enthalten, daher zweiwerthig sind;aber nur eines dieser beiden Hydroxyle ist mit Carbonyl verbunden, undffehört demnach der Carboxylgruppe an, das andere ist an den Alkohol-rest CH 2 gelagert, es ist sogenanntes alkoholisches Hydroxyl. Wird aberunter der fortgesetzten Einwirkung des oxydirenden Agens auch die zweiteAtomgruppe CH 2 OH in die Carboxylgruppe COOH verwandelt, so resultirteine zweiwerthige Dicarbonsäure. Z. B.:

+ 20 =

,0H

CH,

COOH

Glycolsäure

COOH

+ H 2 0

+ H 2 0

I CH 2 OH

lCH 2 OH

Aethylenalkohol

CH,OH

i + 20 = i

COOH COOH

Glycolsäure Oxalsäure

Den Aldehyden der einwerthigen Alkohole entsprechende Verbin-dungen kennt man nur in der Aethylenreihe. Aber auch hier, wenn wirton dem einen Fall auf Allgemeines schliessen dürfen, zeigt sich wiederdie Eigenthümlichkeit, dass einem zweiwerthigen Alkohol, so wieihmzwei Säuren entsprechen, auch zwei Aldehyde entsprechen,von welchem wir den einen sauren Aldehyd nennen wollen.

So kann als der saure Aldehyd des Aethylenalkohols die Gly-oxalsäure angesehen werden; als der eigentliche Aldehyd aber dasGlyoxal:

COHCOH

CH 2 OH

CH 2 OH

Aethylenalkohol

COH

+ 0

4- 20 =

COH

COH

GlyoxalCOH

COOH

Glyoxalsäure

COH

COOH

Glyoxalsäure

+ 2H 2 0

+ 0 =

COOH

COOH

Oxalsäure

COOH

COOH

Oxalsäure

COOH

Glyoxal Glyoxalsäure

Wir haben also folgende Keihe:CH,OH COH

CHjOH COH

Aethylenalkohol Glyoxal

(eigentl. Aldehyd) (saurer Aldehyd)

Die Oxyde der zweiwerthigen Alkoholradicale der Reihe C n H 2n kön-nen als ihre Aether betrachtet werden. Diese vereinigen sich mit1 Mol. Wasser direct zu den entsprechenden Alkoholen, allein es können2, 3 und 4 und sogar 5 Mol. der Oxyde zu 1 Mol. Wasser treten, unddie aus dieser directen Vereinigung hervorgehenden Verbindungen gehörenTypen höherer Ordnung an. Sie besitzen aber noch den Charakter von

Jedem zwei-werthigenAlkoholentsprechenzwei Säu-ren

und ebensozwei Alde-hyde.

Polyiithy-lenulkohole.