X Vorwort zur zweiten Auflage.
und Basicität der organischen Säuren und zur theoretischen undexperimentellen Begründung desselben führten und zahlreiche an-dere interessante Arbeiten veröffentlicht wurden.
Alle diese Bereicherungen der Wissenschaft raussten in derneuen Auflage in einer Weise berücksichtigt und dem bereits vor-handenen Material assimilirt werden, welche gestattete, die ursprüng-liche räumliche Anlage des Werkes nicht mehr, wie durchaus nöthig,zu überschreiten. Dieses konnte natürlich durch einfache Zusätzenicht erreicht werden, sondern verlangte eine mehr oder wenigervollständige Umarbeitung ganzer Kapitel. Doch zeigt ein Blick indas Buch, Avie es jetzt vorliegt, dass ich in Bezug auf Anordnungund Darstellung meinem ursprünglichen Plane treu geblieben bin.Weder fand ich in meinen seitherigen Erfahrungen als Lehrer ge-nügende Gründe, davon abzugehen, noch glaubte ich mich dazugegenüber dem Beifalle berechtigt, den das Buch in seiner früherenGestalt zu meiner Freude gefunden.
Die Typentheorie hat seither durch die präcise Feststellungdes Begriffs von Atom und Molekül und durch die durchgreifendeAnwendung der atomistischen und Volumtheorie auf die organischenVerbindungen unzweifelhaft eine solidere Grundlage gewonnen, denndie typischen Formeln erscheinen nun in atomistische Molekular-formeln übersetzt und dadurch einer gewissen Willkürlichkeit ent-kleidet, als nothwendige Consequenz theoretisch-physikalischer Vor-aussetzungen. Demungeachtet habe ich auch in dieser Auflage dieSymbole ausschliesslich im Sinne der Aequivalentgewichte gebraucht.Die Gründe, welche mir für dieses Verfahren in einem an die anor-ganische Chemie sich unmittelbar anschliessenden Elementarlehr-buche der organischen Chemie zu sprechen schienen und die ichbereits in meiner Vorrede zur ersten Auflage auseinander gesetzthabe, werden nach meiner Ueberzeugung erst dann ihre Geltung-verloren haben, wenn die atomistische Theorie auch bei den anor-ganischen Verbindungen consequent durchgeführt und damit dienothwendige Einheit hergestellt sein wird. Dem weiter Fortge-schrittenen ist es nach den im allgemeinen Theile gegebenen Er-läuterungen ohnedies ein Leichtes, die gebrauchten Formeln inatomistische Molekularformeln zu verwandeln.
Dass ich endlich den sogenannten „weiter auflösenden" For-meln nur wenig Berücksichtigung geschenkt habe, wird mir, wie ichhoffe, nur bei wenigen meiner Fachgenossen zum Vorwurfe gereichen.Ohne den Nutzen derselben unter bestimmten Voraussetzungen ineinzelnen Fällen läugnen zu wollen, so halte ich doch für gewiss,