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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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768
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E iweiss artige Stoffe.

Mengen von Schwefel, manche vielleicht auch Phosphor enthal-ten. Viele dieser Stoffe findet man auch in den Pflanzen. Manbenennt diese Gruppe nach dem am allgemeinsten bekanntenStoff, dem Eiweiss. Die eiweissartigen (albuminartigen) Stoffefinden sich im Organismus der Thiere und Pflanzen theils in Flüs-sigkeiten gelöst, theils in fester Form abgeschieden, und sie sindim letzteren Falle organisirt. Die in Flüssigkeiten gelösten Stoffewerden durch verschiedene Einwirkungen aus den Lösungen ab-geschieden und haben hierauf die Fähigkeit verloren, sich wiederzu lösen; sie sind, so viel man weiss, ohne Veränderung der Zu-sammensetzung, in unlösliche Modificationen verwandeltworden. Bei einigen Stoffen geschieht dies ohne weiteres Zu-thun, sobald die Flüssigkeit dem lebenden Organismus entnom-men wird; aus dem Blute scheidet sich z. B. sehr schnell einlärbloser, zäher Stoff ab, den man Fibrin (Blutfaserstoff) nennt.Andere werden durch Erwärmen ihrer Lösungen auf CO bis 70'in unlöslicher Form gefällt: dies ist der Fall mit dem Eiweissder Eier und dem Blutalbumin. Wieder andere gerinnen, wennsie mit Fermenten in Berührung gebracht werden; das in derMilch gelöste Ca sein scheidet sich, wenn es mit Lab (dem Käl-bermagen) zusammenkommt, bald in farblosen Flocken ab. Dielöslichen Modificationen der eiweissartigen Stoffe werden auchdurch Alkohol, Mineralsäuren, Gerbsäure und viele Metallsalze(z. B. Bleioxyd-, Kupferoxyd-, Quecksilberoxydsalze) gefällt undin unlösliche Modificationen verwandelt.

Die albuminartigen Stoffe lassen sich in der löslichen Modi-fieation durch Verdunsten der betreffenden Lösungen bei niede-rer Temperatur, die 50° nicht übersteigen darf, als durchschei-nende, dem arabischen Gummi ähnliche, geruch- und geschmack-lose Massen darstellen, die in Wasser, nicht in Alkohol löslichsind.

In der unlöslichen Modification sind es farblose, theils orga-nisirte, theils flockige Massen, die in Wasser, Weingeist undAether unlöslich sind. In verdünntem Kali lösen sie sich auf,und Säuren scheiden sie wieder ab. Auch concentrirte Essigsäurelöst sie auf; die Lösung giebt mit Ferrocyankalium einen Nieder-schlag. Concentrirte Chlorwasserstoffsäure löst sie in der Warmeunter Zersetzung; beim Kochen unter Luftzutritt färbt sich dieLösung blau. Eine Lösung von Quecksilber in Salpetersäurefärbt sie intensiv roth. Beim Erhitzen schmelzen sie erst in ho-her Temperatur und zersetzen sich unter Schwärzung und \ er-breitung eines unangenehmen Geruchs (nach verbranntem Hörn).