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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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679
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Einwirkung der S a 1

peters'äure.

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1 Aoq. Wasser abgeschieden, so dass das Resultat der Umwand-lung sich arithmetisch durch K0 5 HO = NO, II dar-stellen lässt; die organische Verbindung verliert je 1 Aeq. Was-serstoff und nimmt 1 Aeq. Stickstoff und 4 Aeq. Sauerstoff auf.Viele Chemiker nehmen hierbei an, dass obige Gleichung nichtbloss der mathematische Ausdruck des Vorgangs sei, sonderndass in der Tliat. NO,. 1 Aeq. Untersalpetersäure, die Stellevon 1 Aeq. Wasserstoff in der organischen Verbindung einnehme,oder dass Untersalpetersäure den Wasserstoff Sub-stituten könne.

Die in dieser Weise erhaltenen Verbindungen führen denKamen Kitroverbindungen; die Anzahl der eingetretenenSalpetersäureatome wird durch die griechischen Zahlwörter be-zeichnet. Die Nitroverbindungen besitzen meistens den Charak-ter der Verbindung, aus welcher sie entstanden sind; die orga-nischen Säuren liefern Kitroverbindungen von sauren Eigenschaf-ten, die organischen Basen solche von basischen Eigenschaften,und die Kitroverbindungen indifferenter Stoffe sind selbst wiederindifferenter Natur. Die Kitroverbindungen sind häufig gelbgefärbt und verpuffen beim Erhitzen, besonders bei Gegenwartvon etwas Kali, wie eine Mischung von Salpeter mit einer orga«nisclien Substanz.

Aehnlich wie die Salpetersäure wirkt eine Mischung von Sal-petersäure mit Schwefelsäure, mit dem Unterschiede jedoch, dasseine Oxydation weniger leicht stattfindet, um so leichter aberNitroverbindungen gebildet werden. Die Anzahl der hierbei inVerbindung tretenden Salpetersäureäquivalente ist gewöhnlichgrösser, als bei Anwendung von reiner Salpetersäure.

\\ ir wollen die Einwirkung der Salpetersäure an einigen Bei-spielen zeigen:

Das Indigblau, C 16 II 5 N0 2 , geht bei der Behandlung mitSalpetersäure unter Aufnahme von Sauerstoff in Is atin, C\ 6 II 5 N0 4 ,über.

Die Benzoesäure, C 14 H 6 0 4 , verwandelt sich bei der Be-handlung mit Salpetersäure in Ki t rob enzo e'säur e, C 14 -^A (0 4

nach der Gleichung:

C,,H, 0 4 + K0 5 = C 14 (H 5 K0 4 ) 0 4 -+-HO.Durch die Einwirkung einer Mischung von Schwefelsäure undSalpetersäure auf Benzoesäure erhält man dagegen Dinitroben-

zoesäure, C,

H 4 I2NO,f

o 4 .