040 Chemische Aequivalente.
Aequivalente der in dem schwefelsauren Kali, Natron und Am-moniak enthaltenen einfachen Stoffe erhalt.
Andererseits verbinden sich schwelelsaures Kali, Katron undAmmoniak mit dem schwefelsauren Manganoxyd (Mn^ 0 3 . 3 S OJ,schwefelsauren Eisenoxyd (Fe 4 0 3 . 3 S0 3 ) und schwefelsaurenChromoxyd (Cr,, 0 3 . 3 S 0 3 ) zu dem Alaun ähnlichen Doppel-salzen. Ermittelt man, durch den Versuch, die mit 1 Aeq.schwefelsaurem Kali, Natron oder Ammoniak verbundenen Men-gen dieser schwefelsauren Salze, so findet man, dass diese Ge-wichte durch die Zahlen dargestellt werden, welche man auchdurch Addition der Aequivalente der in dem schwefelsauren Man-ganoxyd, Eisenoxyd und Chromoxyd vorhandenen Elemente erhält.
735. Die Chemiker haben das Gesetz, welches wir nach undnach entwickelt haben, durch Versuche allein, und ohneirgend eine Hypothese anzunehmen, auf die binaren Ver-bindungen aller einfachen Stoffe, auf die durch die Vereinigungs'ämmtlicher elektronegativen Körper mit elektropositivcn Kör-pern entstehenden Salze, und auf die Verbindungen der Salzeunter sich ausgedehnt, und sie nehmen hiernach das allgemeineGesetz an: Das Aequivalent eines Körpers ist dieSumme der Aequivalente der einfachen, in der Ver-bindung enthaltenen Stoffe, welche nach der für denKörper angenommenen Formel berechnet wird. Diechemische Formel kann daher alsAusdruck desAequi-valents der Verbindung betrachtet werden.
736. Bei der Aufstellung der chemischen Formel einer Ver-bindung stützt man sich häufig auf das schon (717.) mitgetheilteGesetz, dass die mit ähnlichen chemischen Eigenschaf-ten begabten Verbindungen entsprechend zusammen-gesetzt sind.
Man hat ferner beobachtet, dass die Verbindungen von ähn-licher Zusammensetzung im Allgemeinen einerlei Krystallform be-sitzen, oder dass nur geringe Unterschiede in den Winkeln sol-cher Krystalle vorkommen. Dieses Gesetz ist unter dein Naineir.Gesetz des Isomorphismus bekannt (15.).
Die isomorphen Körper können unter geeignetenUmständen sich in beliebigem Verhältniss ersetzen,ohne dass eine irgend bedeutende Aenderung in derKrystallform der Verbindung erfolgt. KohlensaurerKalk, Caü.COj, kohlensaure Magnesia, MgO.CO s , kohlensau-saures Eisenoxydul, FeO.CO,,, und kohlensaures Manganoxydu 1MnO . C0 2 , kommen in der Natur in Rhomboedcrn krystallisirt