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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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638
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Chemische Aequivalente.

mein berechneten Mengen der beiden Säuren sind inden neutralen Salzen derselben mit 1 Aeq. Kali,1 Aeq. Natron u. s. w. verbunden.

732. Es giebt einige Falle, in welchen man gewöhnlieh unterdem Aequivalenl einer Säure oder Basis nicht die im Vorhergehen-den angegebene Menge versteht, sondern in denen man annimmt,dass 1 Aeq. einer Säure sieh mit 2, 3 oder mehr Aeq. einer Basis zuneutralen Salzen vereinigen kann; in ähnlicher Weise giebl esBasen, welche nicht mit 1 Aeq. einer Säure, sondern mit 2, 3 Aeq.derselben in den neutralen Salzen verbunden sind. Wir haben beider Beschreibung der phosphorsauren Salze (390.) gezeigt, dasa71 Gewichtstheile Phoaphorsäure (P0 5 = 1 Aeq.) sich mit 31,0Gewichtstheilen Natron (1 Aeq. Natron) oder mit 02,0 Gewiehts-theilen, oder mit 93,0 Gewichtstheilen (3 Aeq. Natron) verbindenkönnen; das letzte Salz muss als das neutrale betrachtet werden,sowie überhaupt diejenigen phosphorsauren Salze neutral ge-nannt werden, in welchen 1 Aeq. Phosphorsäure mit 3 Aeq.Basis (EU) verbunden ist. Die Phosphorsäure ist also eine drei-basische Säure. In den neutralen pyrophosphorsauren Salzensind mit 1 Aeq. Pyrophosphorsäure (P0 5 ) 2 Aeq. Basis (Rü)verbunden, und die Pyrophosphorsäure ist daher eine zweiba-sische Säure. Im Allgemeinen nennt man die Säuren, von wel-chen 1 Aeq. sich mit mehr als 1 Aeq. Basis zu einem neutralenSalz verbindet, mehr basische Säuren. Da in den neutralenschwefelsauren Salzen der Sauerstoffgehalt der Säure dreimal sogross ist, als der Sauerstoffgehalt der Basis, so müssen die Oxyde,deren Aequivalent mehr als 1 Aeq. Sauerstoff enthält, wie z. B.Eisenoxyd, Fe ä 0 3 , Chromoxyd, Cr s 0 8 , Alaunerde, A1 S 0 3 , Zinn-oxyd, SnOj, u. s. w., sich nicht mit 1 Aeq. Schwefelsäure (S 0 8 ),sondern mit mehr als einem (z. B. 3) Aequivalent Schwelelsäurezu neutralen Salzen vereinigen. Das neutrale schwefelsaure Eis n-oxyd besitzt also die Formel Fe 2 0 3 . 3S0 3 .

733. Taucht man ein Kupierblech in eine ganz neutraleLösung von salpetersaurem Silberoxyd, AgO . Nü 5 , so schlägt sichdas Silber vollständig nieder, und eine entsprechende Menge vonKupfer löst sich auf; das Kupier tritt an die Stelle des Silbersund bildet salpetersaures Kupieroxyd, CuO . N0 5 . Bestimmtman die Gewichtsmengen des gelallten Silbers und die desgelösten Kupfers, so findet man, dass sie in dem Verhältniss von108 : 31,7 stehen. Dieselben Mengen, nämlich 108 Silber und31,7 Kupier, vereinigen sich aber mit 8 Sauerstoff zu Silberoxyd,AgO. und Kupieroxyd. CuO.