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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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459
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Verbindungen des Eisens mit Schwefel. 459

ser. schon bei gewöhnlicher Temperatur mit einander. Ein inni-ges Gemenge von Eisenfeile und Schwefelblumen erwärmt sich,beim Befeuchten mit etwas Wasser, nach kurzer Zeit, die Masseschwärzt sich. und nach Verlauf einiger Stunden hat die Ver-bindung stattgefunden. Man wendet dieses Verhalten in denLaboratorien zuweilen an, um das zur Entwickelung von Schwe-felwasserstoffgas dienende Schwefeleisen darzustellen. Bei be-trächtlichen Massen ist die Einwirkung oft so lebhaft, dass Theiledavon aus dem Gefäss herausgeschleudert werden, und manmuss daher einige Vorsicht anwenden. Die alten Chemikerglaubten, dass die Vulkane durch ähnliche Vorgänge bedingtwurden, und man nannte daher diese Mischung künstlichenVulkan von Leraery.

506. Zweifach-Schwefeleisen: FeS 2 . — Diese Ver-bindung des Eisens mit Schwefel, deren entsprechende Sauer-stoffverbindung man nicht kennt, kommt in der Natur sehr häufigvor. Man findet sie in glänzenden. messinggelben Würfeln.Die Mineralogen nennen sie Eisenkies oder Schwefelkies.Er ist häufig sc hart, dass er am Stahl Funken giebt. Mankann ihn kunstlich darstellen durch Erhitzen von feinzertheiltemEinfach-Schwefeleisen mit seinem halben Gewichte Schwefel, bisder überschüssige Schwefel verdampft ist, er hinterbleibt dabeials gelbes Pulver. Seine Dichtigkeit ist 4,98. Das Zweifach-Schweleleisen wird von verdünnten Säuren nicht angegriffen,während das Einlach-Schwefeleisen hierdurch leicht unter Ent-bindung von Schwefelwasserstoff aufgelöst wird. Beim Glühendes Eisenkieses geht ein Theil seines Schwefels fort, und eshinterbleibt Achtsiebentel-Schwefeleisen, oder bei stärkerer Hitze

'Einfach-Schwefeleisen. DerMarkasit (Wasserkies) ist ein rhom-bisch krystallisirtes Mineral. von gleicher Zusammensetzung mitEisenkies. welches besonders durch die Eigenschaft sich aus-zeichnet, in Berührung mit Wasser und Luft sich leicht zu oxy-diren. Manche Stein- und Braunkohlen sind durch die Beimen-gung dieses Minerals zur Selbstentzündung sehr geneigt.

507. Acht siebentel-Schwefelei sen: Fe r S 8 . In derNatur kommt diese Verbindung in bronzefarbigen, hesagonalkrystallisirten Massen vor. welche von den Mineralogen Magnet-kies genannt werden, weil sie auf die Magnetnadel wirken.