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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Eisen aber mit ein wenig Kohlenstoff verbunden, ist es ge-stählt, so entwickelt sich der Magnetismus zwar langsamer inihm, hält aber auch nach Wegnahme des Magneten mehr oderweniger lange Zeit an. Ein gegen einen Magneten geriebenesStahlstück erhält dauernd magnetische Eigenschaften, und wirdzu einem wahren Magneten. Die magnetischen Eigenschaftendes Eisens nehmen mit der Temperatur rasch ab, und eine zumGlühen erhitzte Eisenkugel äussert auf eine Magnetnadel keineWirkung mehr; beim Erkalten erhält sie aber wieder die Eigen-schaft, magnetisch zu werden.

492. Das Eisen erhält sich in trockner Luft oder in trock-nem Sauerstoffgas bei gewöhnlicher Temperatur unendlich lange,an feuchter Luft erleidet es bald eine Veränderung und über-zieht sich mit Kost. Das Rosten des Eisens besteht in eineroberflächlichen Oxydation desselben, welche besonders leicht beiGegenwart von Kohlensäure erfolgt, wie dies in der atmosphä-rischen Luft der Fall ist. Unter dem gleichzeitigen Einfluss vonKohlensäure, Sauerstoff und Wasser verwandelt sich das Eisenin kohlensaures Eisenoxydul: dieses nimmt aber noch mehrSauerstoff auf und geht in Eisenoxydhydrat über. Die hierbeifreiwerdende Kohlensäure begünstigt die Oxydation einer neuenMenge von metallischem Eisen. Das Eisen und die dünne, aufder Oberfläche gebildete Oxydschicht bilden die zwei Elementeeines Volta'schen Paares, worin das Eisen elektropositiv ist, undhierdurch zu dein Sauerstoff hinreichende Verwandtschaft erhält,um das Wasser bei gewöhnlicher Temperatur zu zersetzen. DerKost enthält last immer eine kleine Menge von Ammoniak, wel-che man durch Erhitzen mit Kali leicht nachweisen kann. DasEisenoxydhydrat zieht nämlich, ähnlich wie andere poröse Stoffe,das in der Luft stets enthaltene Ammoniak an und verdichtet es.

In gewöhnlichem Wasser rostet das Eisen schnell, aber esverändert sich nur wenig in Wasser, welches einige Tausendstelkohlensaures Kali oder Natron enthält. Seit einigen Jahrenweiss man das Eisen durch Ueberziehen mit einer sehr dünnenSchicht von metallischem Zink vor dem Rosten zu schützen.Man nennt dieses verzinkte Eisen galvanisirtes Eisen. Wir ha-ben (243.) die Erklärung dieser Thatsache gegeben.

Das zum Rothgluhen erhitzte Eisen oxydirt sich rasch ander Lull und bedeckt sich mit einer schwarzen Oxydhaut, dieunter dem Hammersehlag abspringt. Auf dieser leichten Ver-brennlichkeit beruht die Eigenschaft desselben, beim Schlagengegen einen Feuerstein Funken zu geben. Es werden hierbeiR-egnault-Strecker's Chemie. 29