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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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427
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Verbindungen der Kieselsaure mit Alaunerde. 427

Rom, kommt ein Alaunstein oder Alunit genanntes Mineral,in Rhomboedern krystallisirt, vor, aus welchem ein sehr geschütz-ter Alaun, der römische Alaun, gewonnen wird. Die Formeldes Alaunsteines ist: KO . SO, + 3(AI, O a . S0 3 ) -4- GIIO. Manerhitzt denselben in Oefen, bis er schwefelige Säure zu entwickelnanlangt, und behandelt den Rückstand mit Wasser, worin sich,unter Hinterlassung von Alaunerde, gewöhnlicher Alaun löst.Durch Abdampfen der Lösung erhält man denselben in "Würfelnkrystallisirt, welche gewöhnlich durch mechanisch beigemengtesEisenoxyd röthlich gefärbt sind. Dieses Oxyd schadet für dieAnwendung des Alauns in der Färberei nicht, weil es beim Auf-lösen des Alauns ungelöst zurückbleibt, und der römische Alaunist gerade deshalb werthvoller als der gewöhnliche, weil er keinlösliches Eisenoxyd enthält. Wir haben oben angegeben, wie mandem gewöhnlichen Alaun dieselbe Eigenschaft ertheilen kann.

Giesst man in eine kochende Alaunlösung kohlensaures Kali,so bewirkt jeder Tropfen einen Niederschlag von basisch schwe-lelsaurer Alaunerde, welcher sich beim Umschütteln wieder löst.Fährt man nun iort. kohlensaures Kali zuzusetzen, so bildet sichbald ein körniger Niederschlag, der beim Umrühren sich nichtwieder löst; man nennt ihn unlöslichen Alaun, und er besitzt die-selbe Zusammensetzung wie der Alaunstein.

Verbindungen der Kieselsäure mit Alaunerde.

473. Die Alaunerde kommt in der Natur in verschiedenenVerhältnissen mit Kieselsäure verbunden vor, und diese Verbin-dungen besitzen eine grosse Wichtigkeit. Einige derselben sindkrystallisirle Mineralien, aber am wichtigsten sind die Verbindun-gen derselben mit Wasser. Die gewöhnlichen Thonarten, dieForeellanerde oder der Kaolin sind wesentlich wasserhaltige kie-selsaure Alaunerde, enthalten aber stets eine gewisse Menge vonkieselsaurem Kali. Diese Körper sind offenbar Verwitterungspro-duete der Urgebirge, namentlich des Granits, wobei das darinenthaltene kieselsaure Alkali durch Wasser gelöst und entferntwurde, so dass die kieselsaure Alaunerde in mehr oder wenigerreinem Zustande zurückblieb, welche dann häufig durch Wasserfortgeschlemmt und in neuen Lasern wieder abgesetzt wurde.