Schwefelsaures Kali.
34!)
Stickstoff und Kohlensäure; der teste Rückstand, welcher zumTheil in dem Gewehr bleibt, ist Schwelelkalium
371. Das Schiesspulver muss, je nach der Natur der Waffe,iür welche man es anwenden will, verschiedene Bedingungen er-füllen. Entzündet es sich zu rasch durch die ganze Masse hin-durch, so wirkt es zu heltig auf die Wand des Gewehres, so dassdasselbe häufig zerspringt. Geht dagegen die Entzündung zulangsam vor sich, so hat die Kugel schon den Lauf verlassen,bevor sämmtliches Pulver verbrannt ist, so dass ein Theil des-selben wirkungslos verbrennt. Auf die Geschwindigkeit der Ver-brennung hat ausser dem Mischungsverhältniss auch die mehroder weniger vollständig stattgefundene Verkohlung des Holzes,sowie die Grösse der Pulverkörner Einfluss.
372. Zur Pulveriäbrikation verwendet man den reinen Sal-peter, in kleinen Krystallen, dessen Darstellung wir (3G9.) be-schrieben haben. Man nimmt ferner Stangenschwei'el, den manin den Pulverfabriken zu dem feinsten Pulver mahlt; die Kohlewird durch Verkohlen leichter Holzarten, z. B. Faulbaumholz, inStücken von 15 — 20 Millimeter Durchmesser dargestellt. Manverfahrt dabei mit grosser Sorgfalt und erhitzt das Holz nicht sostark, wie bei der Darstellung der gewöhnlichen Holzkohle; beidem Jagdpulver wird das Verkohlen noch nicht so weit fortgesetzt,wie bei dem Militairpulver; man hört auf zu erhitzen, sobald esbraun geworden ist, während letzteres zu schwarzer Kohle ge-bracht wird.
Schwefelsaures Kali.
373. Schwefelsäure und Kali bilden zwei krystallinische Salzemit einander. Sättigt mau eine Lösung von Kali, oder von koh-lensaurem Kali, mit Schwefelsäure und \ erdampft sie, so scheidensich rhombische Krystalle von wasserfreiem schwefelsaurem Kali,KO . SO a , aus. Dieselben unterscheiden sich von den meistenloslichen Salzen durch ihre grosse Härte; beim Erhitzen decre-pitiren sie und schmelzen in der Kothglühhitze ohne Zersetzung.100 Thle. Wasser lösen bei 0" 8,5 Thle. schwefelsaures Kali100 » ,, „ » 100° 25,3 »
Das schwefelsaure Kali ist in Alkohol unlöslich.
Löst man dieses schwefelsaure Kali in überschüssiger Schwe-felsäure auf und verdampft, so krystallisirt ein anderes Salz inmonoklinometrischen Formen, das zweifach-schwefelsaureKali, KO.S0 3 + HO.SO,. Beim Erhitzen auf 200° schmilzt