Salpetersaures Kali. :U7
Magnesia in möglichst teinzertheiltem Zustande anwendet. Bleibtdieses Gemenge bei Zutritt der Luft mehrere Jahre sich selbstüberlassen, so enthält es eine grosse Menge von salpetersaurenSalzen, indem der .Stickstoff der Thiersubstanzen mit dem Sauer-stoff der Luft sich zu Salpetersäure vereinigt, welche an dievorhandenen Basen, Kalk und Magnesia, tritt. Man laugt dieMasse mit Wasser aus, und verwandelt die salpetersauren Salzedurch Zusatz von Kalisalzen in salpetersaures Kali. Jetzt wirddieses Verfahren nur noch selten in den sogenannten Salpeter-plantagen ausgeführt; häufig laugt man auch den Bewurf alterGebäude, namentlich von Ställen u. s. w., aus.
3C8. Die Laugen, welche man in dieser Weise gewinnt, ent-halten nur wenig salpetersaures Kali, sondern hauptsächlich sal-petersauren Kalk und Magnesia, und ausserdem Chlornatrium undChlorcalcium.' Die salpetersauren Salze müssen sämmtlich in sal-petersaures Kali verwandelt werden, weshalb man die Lauge miteiner hinreichenden Menge von kohlensaurem oder schwelelsauremKali versetzt: es scheidet sich dann kohlensaurer oder schwefel-saurer Kalk ab, und nachdem die Flüssigkeiten hinlänglich klargeworden sind, giesst man sie ab und dampft sie in den Siede-pl'annen ein. An anderen Orten filtrirt man die Laugen durchSchichten von Asche, welche zugleich kohlensaures und schwe-felsaures Kali enthalten, wodurch der gelöste Salpetersäure Kalkund die Magnesia zersetzt werden; die Flüssigkeit läult sehr klardurch und kann sogleich eingedampft werden.
369. Der rohe Salpeter enthält viele fremde Stoffe, nament-lich Chlornatrium beigemengt, welche entfernt werden müssen.Die Trennung dieser zwei Salze stützt sich auf das verschiedeneVerhalten derselben gegen kaltes und warmes Wasser. Während100 Thle. Wasser von 10" 22 Thle. Salpeter auflösen, nehmen100 Thle. Wasser bei 100" über 250 Thle. Salpeter auf: dasChlornatrium i^t dagegen in der Wärme kaum löslicher als inder Kälte, und 100 Thle. Wasser lösen unter allen Verhältnis-sen fast 3G Thle. Chlornatrium auf. In der Kälte ist der Sal-peter also schwerer löslich als das Chlornatrium, in der Wärmedagegen weit leichter löslich als dieser Körper. Man behandeltdaher den rohen Salpeter mit genau s o viel kochendem Wasser,als zur Auflösung des sämmtlichen salpetersauren Kalis notwen-dig ist: der grösste Theil des Chlornatriums bleibt hierbei un-gelöst. Man giesst die Lösung ab, versetzt sie mit eben so vielMasser als sie schon enthält, kocht sie einige Zeit mit etwasKiweiss, um sie zu klären, und giesst sie in die Krystallisations-