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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Kalii

besonders Kali, Kalk und Magnesia in Verbindung mit organi-schen, aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehendenSäuren, gelöst. Beim Verbrennen der Pflanzen werden die or-ganischen Säuren zerstört, und Kali, Kalk und Magnesia bleibenals kohlensaure Salze zurück. Die Asche der Pflanzen enthältindessen ausserdem noch schwefelsaures Kali, Chlorkalium undChlornatrium, Phosphorsäure in Verbindung mit Kalk und Ma-gnesia, sowie Kieselsäure. Die an dem Ufer des Meeres wach-senden Pflanzen enthalten ausser Kali auch noch eine ansehnlicheMenge von Natron, die Pflanzen im Binnenland aber fast nurKali: diese letzteren wendet man daher besonders zur Gewinnungdes kohlensauren Kalis an.

Man behandelt die Asche dieser Pflanzen mit Wasser, nimmtso alle löslichen Salze, namentlich kohlensaures Kali, die Chlor-metalle und schwefelsauren Salze weg, und dampft die Laugezur Trockne ein. Dieser Ruckstand findet sich in dem Handelunter dem Namen: rohe Potasche.

Die rohe Potasche enthält 50 — G0 Proc. kohlensaures Kaliund ein wenig Natron; das Uebrige besteht aus schwefelsaurem,wenig kieselsaurem Kali und Chlorkalium. Man reinigt sie durchBehandlung mit ihrem gleichen Gewicht kalten Wassers, womitman sie 1 mehrere Tage lang, unter zeitweisem Umrühren, stehenlässt. Die fremden Salze, welche weniger leicht in Wasser lös-lich sind, bleiben hierbei zum grössten Theil ungelöst zurück.Man giesst die Lösung ab und verdampft sie rasch, wobei nachdem Erkalten kleine Krystalle von fast reinem kohlensaurem Kalisieh abscheiden (gereinigte Potasche).

3(i3. Ein reineres kohlensaures Kali erhält man beim Glü-hen des gereinigten sauren weinsauren Kalis (Weinstein) in einemeisernen Tiegel; hierbei bleibt im Ruckstand ein Gemenge vonkohlensaurem Kali und Kohle. Wenn man denselben mit Wasserbehandelt, so bleibt die Kohle zurück, und das kohlensaure Kahwird gelöst, worauf es durch Abdampfen der Flüssigkeit in festerForm erhalten werden kann. Zuweilen stellt man kohlensauresKali aus einem Gemenge von 1 Thl. saurem weinsaurem Kaliund 2 Thln. Salpeter dar, welches mau in einen rothglühendeneisernen Tiegel wirft, wobei der Kohlenstoff der Weinsäure voll-ständig auf Kosten des Sauerstoffs der Salpetersäure verbrennt,so dass eine weisse Masse hinterbleibt, welche den Namen weis-ser Fluss erhalten hat, und fast ganz aus kohlensaurem Kalibesteht. Dieselbe enthält indessen stets eine gewisse Menge vonsalpeterigsaurem Kali, was man zwar durch verminderten Zusatz