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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Kalihydrat.

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Kalisalze.

Verbindungen des Kalis mit Wa s s e r.

358. Man kann zwei Verbindungen de*, Kalis mit Wasserdarstellen; die erste, welche man gewöhnlieh unter dem NamenKalihydrat versteht, ist einfach gewässertes Kali, K O .: einezweite ist fünffach gewässertes Kali, K O -|- 5 II O.

Bei der Zersetzung des Wassers durch Kalium entsteht Kali-hydrat, KO . HO, welches sich im Wasser löst; dasselbe bildetsich auch, wenn man ein Kalisalz mit einer Basis zersetzt, welchemit der vorhandenen Säure ein unlösliches Salz bildet. Auf letz-tere Weise stellt man in den Laboratorien stets das so häufiggebrauchte Kalihydrat dar, nämlich durch Zersetzung des kohlen-sauren Kalis durch Kalk.

Man löst 1 Thl. kohlensaures Kali in 10 Thln. Wasser auf;ist dasselbe unrein und löst es sich nicht vollständig auf, so lässtman die Flüssigkeit ruhig stehen und giesst den klaren Theilderselben in eine ganz reine eiserne Pfanne, erhitzt sie darinzum Kochen, und setzt in Wasser vertheilten, gelöschten Kalkzu. Man bringt in dieser Weise allmälig % Theile Kalk zu, undunterhält hierbei fortwährend das Kochen. Um zu sehen, ob dieZersetzung vollendet sei, nimmt man mit einer Pipette etwas vonder Flüssigkeit heraus, lässt dieselbe in einer Proberöhre sichklären, giesst von der klaren Flüssigkeit einen Theil in eine an-dere Proberöhre, und versetzt sie darin mit Chlorwasserstoffsäure.War alles kohlensaure Kali zersetzt, so darf hierbei kein Auf-brausen mehr stattfinden Braust die Flüssigkeit dagegen auf, somuss man noch einige Zeit lang kochen und nöthigenfalls nochetwas Kalk zusetzen, bis bei einer neuen Probe kein Aufbrausenmehr erfolgt. Wenn dieser Punkt eingetreten ist, nimmt mandie Pfanne vom Feuer, lässt in der Ruhe absitzen, wobei manam besten zur Vermeidung einer Aufnahme von Kohlensäure ausder Luft dieselbe zudeckt, und zieht mittelst eines Hebers dieklare Lösung in Gläser mit eingeriebenem Stopfen ab, wenn mandas Kali in gelöster Form aufbewahren will. Diese Lösungführt den Namen Kalilauge.

Will man dagegen festes Kalihydrat darstellen, so dampftman die Lösung in einem kupfernen, besser noch einem silbernen(iefäss rasch ein. Man unterhält hierbei ein möglichst lebhaftes