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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Charakteristik.

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RS + S0 3 + HO = RO . SO, -f HS,oder: RS -f HCl = RC1 + HS.

Ein Zweifach-Schwefelmetall. oder überhaupt ein Mehrfach-Schwefelmetall, entwickelt im Allgemeinen bei derselben Behand-lung gleichfalls Schwefelwasserstoff, aber ausserdem scheidet sichSchwefel ab:

RS 2 -f S0 3 -f- HO = RO . S0 3 + HS -f S,oder: RS 2 + HCl = RC1 + II S -f S

Mehrere Schwefelmetalle werden selbst beim Kochen mitwässeriger Chlorwasserstoffsäure nur schwierig angegriffen. aberdies geschieht stets leicht durch Salpetersaure oder durch'-nigswasser. Der Schwefel wird hierbei in Schwefelsäure verwan-delt, deren Gegenwart sich durch die charakteristischen Reactio-11011 derselben, welche wir spater (338.) mittheilen werden, so-gleich erkennen liisst.

Erhitzt man die Schwefelmetalle mit einer Mischung vonkohlensaurem und salpetersaurem Kali, so bilden sich schwefel-saure Alkalien, die sich in Wasser losen und darin leicht nach-weisbar sind.

Die Einfach-Schwefelmetalle (Sulfüre) spielen gegen andereSchwefelmetalle (Sulfide) die Rolle von Basen und vereinigensich damit zu Schwefelsalzen, die wir (353.) beschreiben werden.

Selenmetalle.

322. Die Selenmetalle entwickeln bei der Behandlung mitl tdorw-asserstoffsäure gasförmige Sclenwasserstoffsäure. Erhitztman sie mit Salpetersaure oder mit Königswasser, so liefern sieselenige Säure, deren Gegenwart sich durch Zusatz.von schwefe-liger Säure leicht nachweisen lässt, indem dadurch der charakte-ristische rothe Niederschlag von Selen entsteht. Die Selenme-talle geben beim Schmelzen einer Mischung von kohlensauremund salpetersaurem Kali selensaures Kali. Kocht man diesesAlkalisalz mit überschüssiger Chlorwasserstoffsaure, so wird dieSelensäure in selenige Säure zurückgeführt, und man kann'hier-auf durch Zusatz von schwefeliger Säure Selen lallen.

Phosphormetalle.

323. Die Phosphorverbindungen der Alkalimetalle und derErdalkalimetalle entwickeln in Berührung mit Wasser Phosphor-wasserstoffgas, welches man an seinem charakteristischen Geruchsogleich erkennt. Die übrigen Phosphormctalle treten beim Er-hitzen mit Kalium den Phosphor an letzteres ab, und auf Zusatz