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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Salze.

lieh, und dieses scheidet sich daher zuerst ab, wahrend in derFlüssigkeit Chlormagnesiuni gelöst bleibt.

Man kann also beliebig, je nachdem man in der Wärme oderin der Kalte verdampft, Chlornatrium und schwefelsaure Magne-sia, oder Chlormagnesium und schwefelsaures Natron erhalten;wenn man daher die Löslichkeitsverhältnisse in Betracht zieht,so lässt sich immer von vorn herein bestimmen, welche Salzesich in einer gewissen Temperatur bilden, und in welcher Folgesie sich abscheiden werden. Man begreift hiernach die Wichtig-keit einer genauen Kenntniss der Löslichkeitsverhältnisse derSalze, und es ist zu bedauern, dass wir erst von einer kleinenAnzahl dieselben vollständig kennen.

In vielen Fällen 'kann man die Abscheidung eines Salze:- an-der Lösung, ohne sie abzudampfen, bewirken, indem man dieNatur des Lösungsmittels ändert. Beim Vermischen der Lösun-gen von essigsaurem Kali und Chlorcalcium beobachtet man keineVeränderung, wenn die Lösungen nicht äusserst concentrirt sind.Versetzt man aber die Mischung mit einer hinreichenden Mengevon Alkohol, so scheidet sich Chlorkalium aus, und die Flüssig-keit behält essigsauren Kalk gelöst.

317. £s ist in der Kegel unmöglich, wenn in einer Flüssig-keit verschiedene Säuren und Basen gelöst sind, zu bestimmen,in welcher "Weise dieselben mit einander verbunden sind. Ausder Reihenfolge, in welcher die Abscheidung der Salze aus derFlüssigkeit stattfindet, kann man auf die Verbindungsweise nichtschliessen, weil dieselbe nur von der geringeren Löslichkeit desauskrystallisirenden Salzes unter den obwaltenden Verhältnissenabhängig ist, und man kann annehmen, dass das Salz in demMomente seiner Abscheidung sich erst bildet.

318. Zuweilen kann man ein unlösliches Salzdurch längeres Kochen mit einem loslichen Salzezersetzen. Dies geschieht stets, wenn die Iiasis de- ursprüng-lichen unlöslichen Salzes mit der Säure des löslichen Salzes einunlösliches Salz bildet. Die unlöslichen Salze des Baryts, Stron-tians und Kalks, wie schwefelsaurer Baryt oder Strontian. phos-phorsaurer oder arsensaurer Baryt, Strontian und Kalk, erleidenbeim Kochen mit einer Lösung von kohlensaurem Kali oder Na-tron eine Zersetzung, in welcher kohlensaurer Baryt, Strontianoder Kalk sich bildet, während die Flüssigkeit das Alkali in Ver-bindung mit der in dem unlöslichen Salz vorhanden gewesenenSäure gelost enthält. Zur vollständigen Zersetzung muss manaber einen grossen Ueberschuss von kohlensaurem Alkali anwen-