Metalloxyde. 273
und bilden damit bestimmte krystallisirbare Salze. Die Oxydedes Kaliums, Natriums, Calciums, Bleis u. s. w. gehören zu die-ser Gruppe.
2. Saure Oxyde, vereinigen sieh nicht, oder nur sehrselten mit den Säuren, und bilden im Gegentheil mit den starkenBasen bestimmte Salze. Die Chromsäure Cr 0 , MangansäureMn0 3 , Zinnsäure Sn0 2 , Autimonsäure Sb0 5 sind wahre Metall-sauren, welche mit starken Basen, namentlich mit Kali, krystalli-sirbare Verbindungen bilden.
3. Unbestimmte Oxyde, welche gegen starke Säurendie Rolle einer Basis, und gegen starke Basen die Rolle einerSäure spielen. Die Alaunerde, Al 8 0 a , ist ein hierher gehörigerKörper.
4. Indifferente Oxyde. Dieselben vereinigen sieh we-der mit Säuren, noch mit Basen ; durch den Einfluss der Säurenverlieren sie gewöhnlieh einen Theil ihres Sauerstoffs oder ihresMetalls, und verwandeln sich hierdurch in basische Oxyde. DasManganhyperoxyd, MuO,, gehört zu dieser Gruppe. Beim Er-hitzen mit Schwefelsäure verliert e's die Hälfte seines Sauerstoffsund verwandelt sich in schwefelsaures Manganoxydul, MnO ■ S0 3 .Das Bleisuboxyd, Pb 2 0, verwandelt sich bei der Berührung mitSäuren in metallisches Blei, Pb, und Bleioxyd, PbO, welchesletztere sich mit der Säure vereinigt. Diese Oxyde werden durchBasen häufig in ähnlicher Weise zersetzt. So verwandelt siehdas Manganhyperoxyd beim Schmelzen mi^ Kalihydrat in Man-ganoxyd, Mn s 0 3 , und Mangansäure, MnO., welche sich mit demKali vereinigt:
3 Mn0. 2 + KO = Mn 0 3 + KO . Mn0 8 .
5. Salzartige Oxyde. Diese Oxyde sind keine einfachenSauerstoffverbindungen der Metalle, sondern durch Vereinigungzweier Oxyde desselben Metalls entstanden, von welchen das einedie Rolle einer Säure, das andere die einer Basis zu spielen ver-mag. Das Eisenoxyd Fe 3 O,, das Manganoxyd Mn 3 0 4 , dasChromoxyd ( r 3 0 4 gehören in diese Gruppe; man muss die For-meln derselben eigentlich FcO . Fe s 0 3 ; MnO . Mn 2 0 3 ; CrO,Cr., 0 3 schreiben. Das braune Chromoxyd Cr0 2 zählt auch hier-her, da es Cr.Oj . Cr0 3 = 3 Cr 0 2 geschrieben werden muss.Ebenso verhält es sich mit der antimonigen Säure SbO,, derenFormel eigentlich Sb 0 3 . Sb O b = 2 Sb 0 4 ist.
253. Gewisse Metalle bilden mit Sauerstoff eine grosse An-zahl von Oxyden, so dass sie für jede der vorhergehenden fünfRegnault-Strecker'« Ol 18