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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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1.

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Unter diesen Metallen wird Eigen und Platin nur in reinemZustande verwendet, wahrend die anderen, sowohl für sich, alsauch unter einander oder mit anderen Metallen, wie z. B. mitAntimon oder WisAuth, legirt, Anwendung gefunden haben.

Das Kupfer ist ein sehr dehnbares, leicht mit dem Hammerzu bearbeitendes Metall, welches aber keine grosse Härte besitzt.Durch Legirung von 2 Thln. Kupfer mit 1 Thl. Zink vermehrt mandie Härte desselben ansehnlich, es bleibt ihm aber doch noch hin-reichende Dehnbarkeit. Diese Legirung, das Messing, besitzteine schöne gelbe Farbe, und findet in zahllosen Fällen Anwendung.Das Messing von obiger Zusammensetzung lässt sich aber nichtfeilen, weil es sich an die Feile festhängt; man hilft diesemUebelstande durch Zusatz von 2 bis 3 Proc. Blei oder Zinn ab.

248. Für die Kanonen braucht man ein hartes, doch nichtsprödes Metall, welches sich giessen und abdrehen lässt. Dasreine Kupier erfüllt diese Bedingungen zum Theil, ist aber zuweich; die Kugel schlägt, bevor sie das Rohr verläset, mehrmalsan die Wand des Geschützes an, und bildet in einem weichenMetall bald Eindrücke, welche ein genaues Schiessen verhindern.Eine Legirung von 90 Thln. Kupfer und 10 Thln. Zinr. be-sitzt grössere Härte als das Kupfer, und genügende Festigkeit.Man nennt diese Legirung Bronce; sie hat, ausser zu gro-bem Geschütz, eine bedeutende Anwendung zu Verzierungen,Statuen, Kandelabern u. s. w. gefunden. Durch Vermehrung derMenge des Zinns erhalt man noch härtere Legirungen, die aberimmer spröder werden. Eine Legirung von 80 Thln. Kupferund 20 Thln. Zinn ist sehr hart und klingend, man verwendet sie zuGlocken, Tamtams u. s. w. Die aus 07 Thln. Kupier und 33 Thln.Zinn bestellende Legirung ist gelblich weiss und nimmt eine sehrschöne Politur an, weshalb sie zu den Spiegeln in den Fernroh-ren verwendet wird.

Man sieht hieraus, wie durch Legirung zweier Metalle inverschiedenen Verhältnissen, in ihren Eigenschaften bedeutendvon einander abweichende Producte entstehen können, welchesich zu den mannigfaltigsten Anwendungen eignen.

249. Soll sich ein Metall zu Buchdruckerlettern eignen, somuss es verschiedene Bedingungen erfüllen; es muss leichtschmelzbar sein, weil die Lettern gegossen werden; es muss dieForm genau ausfüllen, damit die Buchstaben scharf seien: esmuss eine gewisse Härte besitzen, aber nicht zu spröde sein,weil sieh sonst unter der Presse die Züge bald verwischen, oderbei zu grosser Sprödigkeit die Lettern zerbrechen würden.