U nt er s alp e t e r s ä u r e. 159
mit kaltem Wasser abkühlt, so dass die entwickelte Untersalpe-tersäure sich darin verdichtet.
139. Die Untersalpetersäure ist eine orangefarbene Flüssig-keit von 1,42 speeif. Gewicht; sie siedet bei -f- 20°, und ent-wickelt dabei intensiv roth gefärbte Dämpfe, die eine Dichtig-keit von 1,72 besitzen.
Die Untersalpetersäure ist keine eigenthümliche Säure, dennsie verbindet sich nicht mit den Basen zu untcrsalpetersatirenSalzen, sondern bildet in diesem Falle immer ein Gemenge vonsalpetersaurem und salpeterigsaurem Salz; man betrachtet daherdie Untersalpetersäure als eine Verbindung von Salpetersäuremit salpeteriger Säure. Es ist nämlich:
2 NO« = N0 6 +XO, _
.Man kann die Untersalpetersäure als eine dem Salpeter-säurehydrat entsprechende Verbindung ansehen, in welcher dieStelle des Wassers durch salpeterige Säure vertreten ist. In derThat zersetzt auch das Wasser die Untersalpetersäure unter Bil-dung von Salpetersäurehydrat und salpeteriger Säure.
Die salpeterige Säure verhält sich gegen mehrere starkeSäuren wie eine schwache Basis. Sie verbindet sich z. B. mitder Schwefelsäure zu einer krystallisirbaren Verbindung, K O, .2 S 0 3 , welche man in folgender Weise erhält. In einer vorherausgezogenen Röhre vermischt man flüssige schwefelige Säuremit Untersalpetersäure und schmilzt die Bohre hierauf vor derLampe zu. Nach einigen Tagen haben sich die beiden Körpermit einander verbunden, man kann alsdann die Röhre öffnen unddie entstandene feste Verbindung auf 200" erhitzen, wobei sieschmilzt. In höherer Temperatur lässt sie sich ohne Zersetzungdestilliren.