Salpeterige Säure.
1 Volum Stickstoffoxydgas enthält also:
% Volum Stickstoff..... 0,48fi
Vi Volum Sauerstoff .... 0,553
157
1,039,die ohne Verdichtung mit einander verbunden sind, und die Zu-sammensetzung des Stickstoffoxyds in Gewichtstheilen ist:
Stickstoff....... 4G,CG
Sauerstoff....... 53,34
100,00.Die Analyse dieses (iases lässt sich auch mittelst Wasser-stoff in dem Eudiometer ausführen.
Salpeterige Säure: X 0 8 .
137. Die salpeterige Säure lässt sich in reinem Zustande nurschwierig darstellen.
Man erhält dieselbe, wenn man durch eine U-förmige, ineiner Kälteinischung befindliche Röhre eine Mischung von 4Kaumtheilen Stickstoffoxydgas und 1 Raumtheil Sauerstoffgasleitet, die man aus gehörig regulirten Gasometern vorher zusam-mentreten lässt. Zur Kältemischung nimmt man gestossenes Eisund krystallisirtes Chlorcalcium, wodurch die Temperatur auf— 40" erniedrigt werden kann. In der erkälteten Röhre ver-dichtet sich eine blaugefärbte Flüssigkeit; nimmt man mehrSauerstoffgas , so bildet sich statt der salpeterigen Säure Unter-salpetersaure; aber selbst bei dein Vermischen der Gase in demangegebenen Verhältniss ist die Beimengung von etwas Unter-salpetersäure kaum zu vermeiden.
Die salpeterige Säure erzeugt sich häufig bei der Einwir-kung von Salpetersäure auf organische Stoffe, z. B. auf Stärk-mehl: aber in diesem Falle ist sie immer mit viel Untersalpeter-säure vermengt.
Mit sehr kaltem Wasser mischt sich die salpeterige Säureohne Zersetzung; sobald aber die Temperatur sich ein wenigerhöht, tritt Zersetzung ein, indem Stickstoffoxydgas entweichtund Salpetersäure in dem Wasser gelöst bleibt.
Die salpeterige Säure kann leicht in Verbindung mit Basenerhalten werden. Erhitzt man in einer schwer schmelzbaren Glas-retorte salpetersaures Kali vorsichtig, so bemerkt man, dass beider stattfindenden Zersetzung anfangs nur Sauerstoffgas ent-weicht, und erst später, in einer höheren Temperatur, mischtsich dem Sauerstoffgas auch Stickstoffgas bei. In dem ersten