140
Salpeters!
Säure ausübt. Dies ist in der That auch der Fall; so werdenSchwefel, Phosphor und Kohle weit lebhafter durch das ersteHydrat als durch die verdünnte Säure angegriffen. Bei einigenMetallen zeigt sich jedoch die entgegengesetzte Erscheinung; dasEisen und Zinn werden z. I!. von etwas verdünnter Salpetersäuremit Heftigkeit angegriffen, von der eoncentrirtesten Säure aberdurchaus nicht verändert: es erfolgt aber sogleich eine lebhafteZersetzung, wenn man eine gewisse Menge von Wasser zugiesst.
127. Stickstoff und Sauerstoff können sich unter der Ein-wirkung des elektrischen Funkens zu Salpetersäure verbinden.wenn Wasser, oder besser noch Wasser und eine starke Basisvorhanden sind. Um dieses zu zeigen, stellt man eine Urförmiggekrümmte, mit Quecksilber gefüllte Röhre (Fig. G5) mit ihren
„. ,,- beiden offenen Enden in zwei
flg. DO.
mit Quecksilber gefüllte Glä-ser, und lässt in den oberenTheil der U-förnügen Bohreeine gewisse Menge von Luftund etwas Kalilauge treten.Man verbindet hierauf dasQuecksilber des einen (Uascsmit dem Conductor einer Elektrisirinaschine, und das des an-deren Glases durch eine Metallkette mit dem Boden. Durchanhaltendes Drehen der Seheibe der Elektrisirinaschine bewirktman. dass eine Reihe von elektrischen Funken durch die inder Glasröhre enthaltene Luft schlägt, wodurch die Verbindungdes Stickstoffs mit dem Sauerstoff erfolgt. Nachdem einegrosse Anzahl von Funken durchgegangen ist. enthält die Kali-lösung eine gewisse Menge von salpetersaurem Kali.
Der Stickstoff wird auch durch Ozon (102.) bei Gegenwartvon Basen zu Salpetersäure oxydirt.
Das Ammoniak (XII,,) wird leicht in Salpetersäure verwan-delt, wenn man es mit Sauerstoffgas gemengt über Rlatinschwainmoder Eisenoxyd leitet, die auf etwa 300° erhitzt sind. Auch heigewöhnlicher Temperatur entsteht Salpetersäure aus Ammoniak,wenn dasselbe, mit Luft vermischt, mit starken Basen und faulen-den Stoffen in Berührung kommt. Es gründet sich hierauf diekunstliche Salpeterbereitung (3G7.).
128. Die Salpetersäure wird, wie bereits angegeben wurde,durch Destillation von Salpeter mit Schwefelsäure dargestelltBei dieser Bereitung bieten sieh einige Umstände dar, welchewir erwähnen müssen.