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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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144
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14-1 Salpetersäure.

Setzt man dagegen zu der concentrirten Säure >viel Wasserund destillirt auch diese Mischung in einer mit einem Thermo-meter versehenen tubulirten Retorte, so wird das Thermometerzu Anläng etwa 100° anzeigen, aber die Temperatur wird all-uiälig aul 123 steigen, und hierbei bis zu Ende der Destillationstehen bleiben. Die ersten Antlieile des Destillates sind lastreines Wasser, die folgenden enthalten etwa« mein- Säure, sodas- die Flüssigkeit in der Retorte fortwährend concentrirterwird, bis sie nur noch 10 Proc. Wasser enthält. Die Erfahrunghat nun gelehrt, dass alle Verbindungen, welche durch Kochennicht zersetzt werden, unter dem nämlichen Druck bei einerConstanten Temperatur sieden. Wenn eine Flüssigkeit in dieser"Weise wahrend der ganzen Dauer einer Destillation einen con-stanten Siedepunkt zeigt, so betrachtet man dieselbe als einegleichartige Verbindung, und sagt, «las- sie eine Verbindungin festen Verhältnissen -ei. Die ans 80 Theilen wasser-freier Salpetersäure und 40 Theilen Wasser bestehende Flüs-sigkeit zeigt also die Eigenschaften einer Verbindung in testenVerhältnissen. Da- speeif. Gewicht dieser Saure i-t 1.42.

In dem ersten Hydrat der Salpetersäure steht der Sauerstoff-gehalt des Wassers zu dem Sauerstoffgehalt der wirklichen Saurein dem Verhaltni-- von 1: ."); die Formel desselben i-t demnach:WO, + HO.

In dem zweiten Hydrat i-t dieses Verhältniss wie 4 : .">. unddie Formel desselben ist:

N0 6 + 4 H O.

123. Da- er-te Salpetersäurehydrat NO s -f- HO wird bei 50° lest. In reinem Zustande i-t es farblos, färbt sich aberam Lichte bald unter Zersetzung gelb, indem es in Sauerstoffund Untersalpetersäure zerfallt, welche letztere in der unzersetztenSäure gelöst bleibt. Die Salpetersäure. N 0 6 -f- HO i-t also eine-ehr wenig beständige Verbindung; auch in der Warme wird sie-ehr leicht zersetzt, so dass selbst durch mehrmalige Destillationschon eine bedeutende Menge davon zerstört wird. Leitet mandie Dämpfe von Salpetersäure durch eine zum Glühen erhitztePorcellanröhre, so zersetzt sich die Säure vollständig in Stickstoffund Sauer-toll'. Wenn die Röhre weniger hei-s i-t. -o zerfalltsie in Sauerstoff und Untersalpetersäure.

Versucht man. dem Salpetersäurehydrat das Wasser, welcheses enthalt, zu entziehen, so zerlallt es in Sauerstoff und salpete-rige Säure; dies geschieht z. B., wenn man e- mit seinem4fachenGewicht von concentrirter Schwefelsäure, oder mit wasserfreier