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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Fig. 19.

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so schlägt sich auf diesem Wasser nieder, welches bei der Verbren-nung des Wasserstoffs entstanden ist. Man stellt diesen Versuchauf die Weise an, dass man entweder ein brennendes Hölzchen indie Oeffnung einer mit Wasserstoff gefüllten Glocke bringt, oderindem man eine, vorn zu einer feinen Spitze ausgezogene Röhrein die eine Oeffnung der Flasche (Fig. 19) steckt, aus welcherWasserstoff mittelst Schwefelsäure und Zink entwickelt wird.

Man muss bei diesem Versuch das Wasserstoffgas sich ersteine Zeitlang entwickeln lassen, um sicher zu sein, dass die at-mosphärische Luft aus der Flasche verdrangt ist, bevor man einbrennendes Hölzchen an die ausgezogene Spitzebringt; d.is Wasserstoffgas fängt Feuer und brenntmit schwach leuchtender Flamme fort.

Fin Gemenge von Wasserstoff mit Luft ver-brennt mit lebhafter Explosion, die am stärkstenist, wenn 2 Raumtheile Wasserstoffgas und 5Raum-theile Luft gemengt sind. Man darf bei allen Ver-suchen mit Wasserstoff, wie z. B. bei dem vorigen,diese leichte Explodirbarkeit eines Gemenges vonWasserstoff und Luft nicht ausser Acht lassen.Wartet man z. B. nicht lange genug, bis die Luftaus der Kntwiekelungsflasche durch das Wasserstoff-gas vollständig verdrängt ist, so verbreitet sich imMomente des Anzündens das Feuer bis zu der inder Flasche enthaltenen explosibeln Mischung: diez Flasche wird durch die Explosion in Stücke zer-und dabei stehende Personen laufen Gefahr, schwer

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schmettertverwundet zu werden.

Ein Gemenge von 1 Raumtheil Sauerstoff mit 2 RaumtheilenWasserstoff explodirt mit ungleich grösserer Heftigkeit, als eineMischung von atmosphärischer Luft mit Wasserstoff; man nenntdiese Mischung daher Knallgas.

Die Flamme des Wasserstoffgases leuchtet nur wenig, abersie erzeugt eine bedeutende Hitze, die bei Anwendung vonSauerstoffgas besonders intensiv wird. Der Versuch lässt sichmittelst eines Gasometers (Fig. 3) leicht ausführen, indem manan die Mündung e eine Spitze anbringt, und durch diese in eineWasserstoffflamme Sauerstoffgas einleitet. Die Flamme wirdhierbei viel kleiner, weil die Verbrennung in einem beschränk-teren Raum stattfindet; das Einströmen des Sauerstoffgases wirdmittelst des Hahnes regulirt, bis die Flamme mögliehst klein ge-worden ist. Diese Verbrennung des Wasserstoffgases im Sauer-