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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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S ,i u e r s t o 1l.

Ist die Wanne, in welcher man das Gas aufsammelt, tief genug,so füllt man die Cylinder, oder auch Glocken, am einfachstendurch blosses Umdrehen unter Wasser, wobei die darin ent-haltene Luft entweicht und 'ihr Raum von Wasser eingenommenwird. Man richtet hierauf den ( ylinder wieder auf, und stellt ihnauf die Brücke. Diess ist das einfachste Verfahren, wenn mausehr weite Cylinder anwendet.

37. Das Quecksilberoxyd ist viel zu theuer, al> dass man es zurDarstellung einigermaassen bedeutender Mengen von Sauerstoff an-wenden könnte. Tu der Natur giebt es aber ein anderes Oxyd, dasManganhyperoxyd (der Braunstein), welches bei hoher Tempera-tur einen Theil seines Sauerstoffs entweichen lasst und sich da-bei in ein anderes sauerstoffarmeres Manganoxyd verwandelt,Zur Zersetzung des Manganhyperoxyds bedarf es einer grös-seren Hitze, als zu der des Quecksilberoxyds, sie kannnicht mehr in Glasgefässen ausgeführt werden. weil diese dieHitze nicht aushalten würden, und man wendet daher gewöhnlicheine schmiedeeiserne Flasche a (Fig. 2) an, welche man mit demgepulverten Braunstein lullt. An der Flasche befestigt man zu-

Fig. 2.

nächst einen Flintenlauf b mittelst eines Lehmkitts und an diesemein Gasleitungsrohr, dessen Ende unter Wasser taucht. Dieeiserne Flasche wird hierauf in einem gut ziehenden Ofen erhitzt,wobei die zu Anhing entweichenden Gasblasen nicht aufgefangenwerden, weil sie atmosphärische Luft aus der Flasche enthalten.Wenn die Entwickelung des Gases aufhört, während das Feuer imOfen noch lebhaft brennt, so ist die Zersetzung vollendet. DerBraunstein verliert bei seiner Zersetzung durch die Hitze nurV 3 seines Sauerstoffgehalts.

38. Wenn man ein grosses Gasvolum aufzusammeln hat, soreicht man mit Glasglocken nicht mehr aus; man bedient sich in