Erster Tb eil.
I) i e M e t a 1 1 o 1 d e.
Sauerstoff.Aequivalent: O =
35. Der .Sauerstoff*) ist ein farbloses Gas, ohne Geruch undGeschmack. Er ist in der Natur sehr verbreitet, kommt aberim isolii-tea Zustande nicht rein in ihr vor; die atmosphärischeLul't ist z. B. ein Gemenge von etwa '/ 5 Sauerstoff und '/, Stick-stoff. ' Er vereinigt sieb last mit allen einfachen Stoffen undbringt eine sehr grosse Anzahl von Verbindungen hervor.
Um den Sauerstoff aus der atmosphärischen Lult für sichdarzustellen, müsste man das Stickstoffgas wegnehmen, was inder Art geschehen könnte, dass man letzteres Gas mit einem Kör-per verbände, welcher ohne Wirkung auf Sauerstoff, sichmit Stickstoff zu einer festen oder flussigen, leicht entfernbarenVerbindung vereinigte. Bis jetzt kennen wir indessen keinen ein-zigen Körper, welcher diese Eigenschaften zeigt; aber wir be-sitzen verschiedene sauerstoffhaltige Verbindungen, welche bei hin-reichendem Erhitzen den Sauerstoff ganz oder zum Theil ent-wickeln.
3ö. Das rothe Quecksilberoxyd, eine Verbindung von Queck-
*) Der Sauerstoff wurde von Priestley 177 1 zuerst als ein eigen-thümliches Gas erkannt; unabhängig von Priestley stellte ihnbald darauf Scheele auf andere Weise dar. Lavoisier endlichverdankt» man die genauere Kenutniss dieses Körpers, welche dieGrundlage der heutigen Chemie wurde.