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22 Einleitung.
29. Viele Verbindungen des Schwefels mit Metalloiden undMetallen zeigen mit den entsprechenden Verbindungen des Sauer-stoffs eine vollkommene Analogie, welche indessen zur Zeit derAufstellung der Nomenclatur nicht bemerkt und daher auch nichtberücksichtigt wurde. Aus diesem Grunde weicht die Nomenclaturdieser Stoffe von der vorher erwähnten in manchen Stücken ab.Man unterscheidet saure Schwefelverbindungen, welche man Sul-fosäuren (Sulfide) nennt, von basischen Schwefelverbindun-gen, die Sulfobasen (Sulfüre) genannt werden. Die Sulto-säuren vereinigen sich mit den Sulfobasen zu wahrhaft salzartigenVerbindungen, welche den Namen Sulfosalze (Schwefel-salze) erhalten haben. Der Kohlenstoff vereinigt sich z. B. mitSchwefel zu Schwelelkohlenstoff, dessen Eigenschaften denen derKohlensäure in vielen Stücken entsprechen; ähnlieh wie die Koh-lensäure sich mit basischen Oxyden zu kohlensauren Salzen ver-einigt, verbindet sich auch der Schwefelkohlenstoff mit Schwelel-basen zu Schwefelsalzen, welche gewöhnlich Sulfocarbonategenannt werden. Der Name der in dem Schwefelsalz enthaltenenSchwefelbase wird zuerst genannt; so bezeichnet man die Verbin-dung von Schwcfelkalium mit Schwefelkohlenstoff mit dem NamenK a 1 i u m - S u 1 f o c a r b o n a t-
30. Die im Vorhergehenden entwickelten Grundsätze derNomenclatur sind von den meisten Chemikern angenommen undwerden im Folgenden angewendet werden. Einige durch Ver-jährung eingeführte Ausnahmen, welche zum Gluck sehr seltensind, sollen bei sich darbietender Gelegenheit noch angeführt werden.
Chemische Formeln.
31. Die Namen der bis jetzt bekannten einfachen Stoffe siudnebst den Zeichen oder Symbolen, die zu ihrer Bezeichnung die-nen, oben (IG.) angeführt worden. Diese Symbole dienen übrigensnicht nur dazu, die Natur des Stoffes auszudrücken, sondern siebezeichnen ausserdem noch eine bestimmte wägbare Menge desStoffes, welche man chemisches Aequivalent des Stoffesnennt. Es ist hier unmöglich, eine bestimmte und zugleich ver-ständliche Definition von den chemischen Aequivalenten zu geben,weil man dabei die Kenntniss von Thatsachen voraussetzen müsste,die erst in dem Folgenden allmälig entwickelt werden. Erst ge-gen das Ende des Werkes werden wir versuchen, die Lehre vonden chemischen Aequivalenten und die Atomtheorieausführlich darzulegen.