Chemische N o m e n c 1 a t u r.
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hört eine grosse Anzahl von Salzen; in diesen Salzen hat sichdie Reaction der Säure und die der Basis auf die Lackmustincturvollkommen ausgeglichen; man nennt sie neutral reagirendeSalze. Dieser Zustand der Neutralität hängt von der relativenStärke der Säure und Basis ab. Eine sehr starke Basis kanndurch eine schwache Säure, in Beziehung auf ihre Wirkung gegenPflanzenfarben, niemals vollkommen neutralisirt werden. Ebenso•wenig kann eine schwache Basis die Reaction auf Pflanzenfarbenvollständig aufheben, welche eine sehr krallige Säure ausgeübt hat.Es ist ferner leicht zu begreifen, dass ein gegen eine gewissePflanzenfarbe neutral reagirendes Salz mit einein empfindlicherenReagens eine saure oder basische Reaction zeigen kann.
Es giebt ferner Stoffe, welche gegen kräftige Säuren dieHolle einer Basis und gegen sehr starke Basen die Rolle einerSäure spielen. Es ergiebt sich hieraus, dass der Begriff vonSiiure und Basis nicht absolut ist, da derselbe Körper je nach denUmständerj'sich nach Art der Säuren oder der Basen verhalten kann.
20. Die basischen und indifferenten Verbindungen des Sauer-stoffs hat man Oxyde genannt, die sauren Verbindungen Sauer-stoffsäuren oder nur Säuren.
Eisen, Kupfer und Blei bilden mit Sauerstoff basische Ver-bindungen; man giebt ihnen die Namen : Eisenoxyd, Kupfer-nxyd, Bleioxyd.
Der Kohlenstoff geht mit Sauerstoff eine indifferente Ver-bindung ein; man nennt sie Kohlenoxyd.
Die Verbindung des Bors mit Sauerstoff besitzt saure Eigen-schaften, und heisst daher Borsäure.
21. Zur Zeit der Aufstellung unserer jetzigen Nomenclaturglaubte man, dass ein und derselbe Stoff durch seine Verbindungmit Sauerstoff höchstens zwei verschiedene Säuren erzeugenkönnte: die am meisten Sauerstoff enthaltende Säure bezeichneteman dadurch, dass man an den Namen des Grundstoffes das WortSäure anhing, während für die weniger Sauerstoff enthaltendeSäure der Name des Grundstoffes durch Anhängung der Sylbenige in ein Beiwort verwandelt und dieses mit der allgemeinenBezeichnung Säure vereinigt wurde. Da man zwei durch Ver-einigung von Schwefel mit Sauerstoff entstandene Säuren kannte,so nannte man die sauerstoffreichere Schwefelsäure, die an-dere schwefelige Säure.
Später entdeckte man noch zwei neue durch Vereinigungvon Schwefel und Sauerstoff entstandene Säuren; die eine der-selben enthielt weniger Sauerstoff als die schwefelige Säure; dieRi'gn au 1t -Stre ck o r's Chemie. 9